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Wittelsbacher im KZ / herausgegeben von Freiherr Erwein von Aretin
Entstehung
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Regent Luitpold zur Jagd geführt und seine und seines Hauses natür­liche Leutseligkeit und stete Fürsorge nicht vergessen. Ein Vergleich mit ihren jetzigen Jagdherren" hatte ihre Verehrung für die Wit­ telsbacher nur vermehrt. Alle Wege im Gebirg aber waren ihnen wohl vertraut. Auch der Uebergang nach Südtirol konnte sichergestellt werden, und zwar mit Hilfe eines Italieners, des Obersten Gramma­cini, eines bewährten Freundes des Freiherrn von Redwig, der dort einen wichtigen Posten versah.

Um den schwierigsten Teil des Fluchtweges, die Strecke bis in die Gegend von Oberammergau zu sichern, mußten verschiedene Möglich­feiten erwogen und vorbereitet werden. Mußte doch eine ganze Schar von Menschen, die in der ganzen Bevölkerung bekannt waren, ohne jedes Aufsehen von der Starnberger Gegend ins Gebirg und an die Grenze gebracht werden. Ueberall aber wimmelte es von Spizeln und Denunzianten. Ein Fehlgriff in der Auswahl eingeweihter Helfer mußte von vornherein alles verraten und zu nichte machen, und alle Beteiligten, insbesondere den Kabinettschef des Kronprinzen, in des sen Händen alle Einzelheiten der Vorbereitungen lagen, der Gestapo ausliefern. Alle treuen Helfer aber durften nicht gefährdet werden, was die größte Vorsicht verlangte. Für alle Fälle wurden sichere Unterkünfte auch noch in einer anderen Gegend Oberbayerns bei treuen Anhängern vorgesehen. Bei allen diesen schwierigen und heik len Vorbereitungen war die langjährige treue Sekretärin des Hau­ses, Fräulein Lina Maier, eine umsichtige, gewandte und furcht­lose Helferin des Kabinettschefs.

Als ultima ratio endlich wurde noch das eilige Verlassen des Schlosses Leutstetten in letzter Stunde und ein Versteck in einem nahen Walde vorbereitet. Von Leutstetten aus wurden mehrere Wege in südlicher Richtung erkundet und festgelegt, je nachdem ob die Flucht noch im Auto möglich sein würde, oder mit Fuhrwerk oder mit einem Motorboot über den Starnberger- See. Unterkünfte bei treuen Freunden und Bauern auf dem Weg zwischen Starnberg und dem Gebirg wurden sichergestellt. Mit einigem Glüd mußte so die Sicherung der föniglichen Familie gelingen.

Es ist in wenigen Worten kurz erzählt, wie alle diese Vorbereitun­gen erwogen und geplant, wie alle Wege und Möglichkeiten erkundet und festgelegt wurden. Aber nur der Kundige wird ermessen, welche Fülle von Sorgen, Arbeit und Gefahren in Wirklichkeit damit ver­bunden waren.

Die beruhigende Bestätigung, daß der Kundschafterdienst in der Ge­ stapo tatsächlich funktionierte, brachte eine heimliche Benachrichtigung darüber, daß man gegen Erbprinz Albrecht und dessen Onkel, Herzog Ludwig Wilhelm, in Bad- Kreuth vorzugehen plane. Es stand nur

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