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Wittelsbacher im KZ / herausgegeben von Freiherr Erwein von Aretin
Entstehung
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Abenteuerliche Wege zur Sicherung des Kronprinzen

Am wichtigsten erschien es, für die Herren der Umgebung des Kron­prinzen eine Verbindung in die Gestapo zu bekommen, um von dort rechtzeitig Nachrichten und Warnungen erhalten zu können. Ein sol cher Weg fand sich, leichter als zu erwarten war, durch einen zuverlässigen und überzeugten Monarchisten, der, wie so mancher in der Zeit des Ent­stehens der NSDAP. , sich dieser Bewegung aus Idealismus angeschlossen hatte; Träger des goldenen Parteiabzeichens, war er aber inzwischen längst ein Gegner des Nationalsozialismus geworden. Ihm gelang es, als alten Parteimitglied, einen Weg bis in die Höhle des Löwen, in diesem Fall bis in die Amtsräume der Gestapo auszubauen, um mög­lichst rechtzeitig von geplanten Anschlägen gegen die Wittelsbacher etwas zu erfahren. So konnte man hoffen, daß es vielleicht möglich sein würde, Abwehr- oder Rettungsmaßnahmen im Notfall recht­zeitig in Gang zu bringen.

Ebenso wichtig, aber noch schwieriger, waren die Sicherheitsvor­bereitungen selbst. Zunächst mußte versucht werden, am Wohnsitz des Kronprinzen in Leutstetten einen Sicherheitsdienst zu schaffen, der einen Anschlag auf ihn an Ort und Stelle, vielleicht in letzter Minute verhindern konnte. Zu diesem Zweck mußten Waffen beschafft und einige wenige aber unbedingt verlässige Männer gefunden werden, die zum äußersten Einsatz bereit waren. Wiederum fand sich der Träger des goldenen Parteiabzeichens" bereit, diese Gruppe zu orga­nisieren und mit Waffen zu versehen. In der langen folgenden Zeit hielten sich diese ausgezeichneten Männer zum Schutze des Schlosses Leutstetten bereit, sobald die Verhältnisse bedenklich erschienen. Daneben mußte für einen sicheren Weg gesorgt werden, den Kron­prinzen und seine Familie falls rechtzeitig Nachrichten über einen Anschlag eingehen sollten überhaupt aus Bayern fortzubringen, und so einem Zugriff zu entziehen. Als einzige Möglichkeit kam der Weg ins bayerische Gebirg, von dort nach Tirol und dann nach Süd­ tirol in Betracht. Dies war aber leichter gedacht als getan. Ein geeigne­tes Versteck in den Bergen bei Oberammergau und den Weg von dort über die bayerische Grenze nach Tirol sicherzustellen, gelang ziemlich rasch, dank der zuverlässigen Treue bayrischer Forstleute, die ihrem früheren königlichen Jagdherrn in unwandelbarer Treue ergeben wa­ren. Hatte doch mancher von ihnen noch den alten ehrwürdigen Prinz­

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