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Wittelsbacher im KZ / herausgegeben von Freiherr Erwein von Aretin
Entstehung
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Zu diesem Generalstaatskommissar sollte der Kronprinz ernannt wer­den, dem dann zum Uebergang zur Monarchie, sei es auf parla­mentarischem Wege, sei es auf dem der Volksentscheidung, die Bahn offen stand. Die Ausrufung des Kronprinzen zum Generalstaatskom­missar war für die Mittagstunde des 22. Februar 1933 vorgesehen. Aber Dr. Held's Entschlußkraft versagte in letzter Stunde! An jenem Dienstag um 11% Uhr entsandte er einen Vertreter zum Kronprinzen, der die Bedingung übermittelte, daß der Kronprinz das Ministerium Held, das schon seit Jahr und Tag teine Mehrheit mehr im Landtag hinter sich hatte, im Amt bestätigen solle. Das war ein unmögliches Verlangen, das den Kronprinzen- Staatskommissar zum Schuhwall degradiert hätte, hinter dem die der demokratischen Grundlagen ent­behrende Regierung, Held ihr Leben weitergefristet hätte, ohne daß in der Oeffentlichkeit jene Aenderung der stagnierenden staatlichen Verhältnisse hätte eintreten können, die die Oeffentlichkeit von der Proklamierung des Kronprinzen zum Generalstaatskommissar erwarten durfte und mußte. Der Kronprinz wäre mit Annahme dieser Bedin­gung zum Parteimann degradiert worden, d. h. gerade zu dem, was ein König niemals fein darf, dem das Wohl des letzten, ihm vielleicht noch so sehr feindlich gesinnten Landsmannes Untertanen nannte man es in anderen Zeiten- ebenso nahestehen muß, wie jenes seiner treuesten Anhänger. Denn dies ist der Sinn und die Berechtigung des wahren, christlichen Königtums. Ein scheinbares Eingehen aber auf diese unmögliche Bedingung mit der Absicht, sie nicht einzuhalten, war für den rechtlichen Sinn des Kronprinzen eine Unmöglichkeit. Ein König, der sein Wort bricht, wäre in der bayerischen Geschichte ein Novum gewesen.

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Um der bayerischen Staatsregierung in letzter Stunde den Ab­sprung vielleicht doch noch zu erleichtern, fuhren in der darauffolgen­den Nacht der Fürst Eugen zu Oettingen- Wallerstein in Begleitung des Freiherrn Alfons von Redwitz, des Bruders des Hofmarschalls, nach Berlin zu Hindenburg , fanden aber dort die staatliche Ordnung bereits derart in voller Auflösung und den Reichspräsidenten so un­genügend orientiert, daß sie sich vergewissern mußten, daß von dieser Seite auf fein Verständnis zu hoffen war. Das Reich stürzte besin­nungslos in den Abgrund des Hitler 'schen Wahnsinns, und es fand sich in Berlin niemand, der die aus München gereichte Hand in ihrer Absicht, das Schlimmste zu verhüten, erkannt, oder gar ergriffen hätte. Natürlich blieben alle diese Pläne und die Gefahr, die sie, als ein­zige, für die Hitlerdiktatur bedeuteten, den Nazis nicht verborgen. Die gesamte SA. und SS. Oberbayerns wurde in Alarmzustand versetzt. Und schon wenige Tage nach den Märzwahlen 1933, am 9. März 1933, wurde die Bayrische Regierung ihres Amtes enthoben

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