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Wittelsbacher im KZ / herausgegeben von Freiherr Erwein von Aretin
Entstehung
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Lebens, aber verschließt die Augen vor der von Gott verliehenen Ver­pflichtung, sich ganz dem Dienste des Landes zu widmen, an dessen Spitze Gott ihn durch das Mysterium der Geburt stellte, wie man die Augen auch davor verschließt, daß Gott selbst in dem namenlosen Elend, das seit dem Rechtsbruch von 1919 über unser geliebtes Land hereinbrach, in dem unaushaltsamen Niedergang des Staates seit jener Zeit das Urteil über jenen Rechtsbruch zu sprechen scheint, den Kardinal Faulhaber 1919 Meineid und Hochverrat" zu nennen den Mut hatte. Es ist wie eine Binde vor den Augen der Menschen, die die Ursachen des Niederganges in allen möglichen Gründen suchen, und es der klaren Einsicht eines amerikanischen Journalisten über­lassen, der kürzlich in einer schweizerischen Zeitung die Worte schrieb, daß Hitler unmöglich gewesen wäre, wenn es noch eine königlich bayerische Armee gegeben hätte! Eine erstaunliche Erkenntnis für einen Ausländer, die jeder bestätigen wird, der Bayern vor 1914 fannte!

Die folgenden Seiten sollen einen Ueberblick geben über den Kampi der Wittelsbacher gegen die Uebermacht des 3. Reichs. Sie beruhen zum Teil auf dem Tagebuch des Kronprinzen Rupprecht , das sorg­fältig von Tag zu Tag geführt, in gütigster Weise zur Verfügung stand. Persönliche Erinnerungen des Hofmarschalls, Freiherrn Franz v. Redwig, der an entscheidender und gefährdetster Stelle die schweren Jahre in unverbrüchlicher Treue zu seinem hohen Herrn verlebte und eigene Erinnerungen des Herausgebers ergänzen die Darstellung.

Auf die Erlebnisse der 12 Mitglieder des Königshauses in der Hölle der K3. näher einzugehen, lag nicht in der Absicht dieser Schrift. Sie werden nur in einem Briefe der Prinzessin Hilda an ihren Vater, den Kronprinzen, deutlich gemacht, da der Erbprinz Albrecht wert darauf legt, die Kluft nicht erneut zu vertiefen, die unser Volk so jammervoll zerreißt. Angesichts des Furchtbaren, das so viele unserer Landsleute, namentlich auch die Kommunisten, in den Höllen des 3. Reiches erlebten, sollen die eigenen Erlebnisse des Königs­hauses, die immerhin milder waren, nicht hervorgekehrt, sondern der Vergessenheit überantwortet werden. Es genüge zu wissen, daß die Erlebnisse der Kronprinzessin, die täglich durch die bekannten Ein­sprizungen zu Aussagen über ihren Gatten gezwungen werden sollte, aber mit heroischem Mute standhielt, so furchtbarer Natur waren, daß wenig Aussicht besteht, daß sie in ihrem Schweizer Zufluchtsort jemals wieder ihre volle Gesundheit erlangt. Sie war schließlich dem Hungertode preisgegeben, und der ärztliche Befund besagte, daß die luxemburgische Rot- Kreuz- Kommission, die sie suchte, sie nicht mehr am Leben getroffen hätte, wäre sie auch nur 24 Stunden später ein­getroffen.

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