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Schutzhäftling 409 / Arnold Schulz
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Auf dem Gang des Transportwagens hantieren drei weibliche Gefangene als Kalfaktoren. Sie kommen ebenfalls aus Hamm und sind auf dem Wege nach einzelnen Strafanstalten, um ihre Strafen zu verbüßen. Die Genossin L. aus Düsseldorf ist auch dabei. Ein so plötzliches Zusammentreffen mit Frauen und noch dazu Genossinnen, erfüllt uns alle mit besonderer Freude. Wie lange haben wir schon keine Frauen mehr gesehen und sprechen gehört. Ihr so plötzliches und unerwartetes Erscheinen wirkt ganz eigen­artig auf uns politische Gefangene.

Daß nun diese Frauen auch noch den Kalfakterdienst im Transportwagen versehen, sehen wir als ein besonderes Glück an. Die Frauen reichen uns dürstenden Gefangenen Wasser durch die zweifingerbreit geöffneten Türen. Auch geschmuggelte Zigaretten finden den Weg zu uns. Die polizeilichen Transport­führer haben wohl ein wachsames Auge, aber Frauenlist ist doch viel größer. Die Frauen scherzen mit uns, und wir vergessen fast, daß wir uns in Gefangenschaft befinden.

In meiner Zelle befinden sich noch zwei Genossen aus Aachen . Die Genossinnen sprechen mit dem Transportführer und bitten ihn, er möge sie zu uns in die Zelle lassen. Aber der Herr Trans­portführer bleibt eisern und läßt sich nicht erweichen. Er hat für unsere menschlichen Bedürfnisse kein Verständnis.

In Hagen trennen sich wieder unsere Wege. Eine Genossin kommt nach Ziegenhein, zwei fahren in der Richtung nach Wuppertal , und wir müssen nach Essen weiterfahren. Ein letzter Gruß, ein Wiedersehenswunsch in der Freiheit, und die Ge­nossinnen entschwinden unseren Blicken.

Sterne fallen vom Himmel

Erster Mai 1935; azurblau ist das Himmelszelt des herrlichen Maientages. Von meiner Kerkerzelle in der Strafanstalt Lüttring­hausen kann ich jedoch nur das strahlende Himmelsblau sehen, wenn ich verbotene Ausschau halte. Doppelt schwer empfinde ich heute die Kerkerhaft, denn heute ist ja der Feiertag der Arbeiter­schaft. Im Geiste sehe ich noch die marschierenden Arbeitermassen vergangener Maitage.

Mit fieberhafter Ungeduld erwarte ich heute den üblichen Morgenspaziergang, heute am ersten Mai 1935. Die ersten zwei Jahre meiner Kerkerhaft habe ich nun bald um, aber wer weiß, wie lange meine Haftzeit noch dauern mag?

Endlich ertönt das Kommando: ,, Abteilung 3 fertigmachen zum Spaziergang!" Bald öffnen sich auch die Zellentüren. Im Gänse­marsch klappern die Gefangenen die steilen Eisentreppen hin­

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