Märtyrer
Selbst die Räume sind wie offne Wunden und bewahren ihren Blutgeruch,
Alle Menschlichkeit ist dort verschwunden; nur die aufgeteilten, trüben Stunden
überhängen sie wie graues Tuch.
Manchmal fällt ein später Sonnensplitter in die Finsternis und wie verirrt
zittert er auf einer Hand am Gitter,
die verzerrt ist wie ein Herbstgewitter,
das nur wartet bis es Abend wird.
Jede Nacht empfängt in ihren Gründen
eine Seele, die sich nicht mehr hält,
und sie stehen, Sünder ohne Sünden,
vor dem kleinen, fremden Tod, als stünden
sie vor einer Welt.
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