fälischen Frieden war das Heilige Römische Reich Deut- scher Nation ein ohnmächtiges Gebilde und konnte gerade noch so viel Kraft aufbringen, wie ihm seine auseinander-
strebenden Teile zubilligten. Der äußere Zusammenhang
blieb noch gewahrt, die alte Ordnung aber war in ihrem Kern vernichtet. Der Fürst herrschte, und der Bürger beugte den Nacken. Die Macht des Reiches wandelte sich zur Willkür der Potentaten. So ist es gekommen, daß durch Jahrhunderte sich im deutschen Menschen mit dem Wort ‚Macht‘ Furcht vor der Tyrannei und eine verhäng- nisvolle Neigung, sich ihr willig zu unterwerfen, verbun- den haben. Gab es denn Macht ohne den Zwang, zugleich der Freiheit zu entsagen? Während das Reich zerfiel, wuchsen rings um Deutschland machtvolle Staaten auf, bildeten sich Imperien, deren Ansehen weithin alles Deutsche überschattete. Der Deutsche blickte aus seiner Enge sehnsüchtig in die Welt und begriff, daß in der Macht eines geschlossenen Staatswesens reiche Möglich- keiten ruhen; Furcht vor der Willkür verband sich jetzt mit dem Drängen, sich in einem starken Reich zusammen- zuschließen.
So führte der Weg der deutschen Geschichte zur Reichs- gründung in Versailles 1871. Millionen jubelten dem Er- folg der preußisch-deutschen Waffen zu, nachdem sie jahr- zehntelang Bismarcks preußische Expansionspolitik ebenso heftig befehdet hatten. Man vergaß den Verrat am alten Reich und die Umlegung des Mittelpunktes nach Preußen. Ein mächtiger Staat bildete sich und übte seinen Zauber
aus. Man griff hastig nach den frischen Schätzen, be-
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