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Gebändigte Dämonen : von der Überwindung der Gewalt / Gerhart Binder
Entstehung
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Mittel, diese Gefühle zu bestärken. Sie nützte unser Ver­langen nach Ordnung und äußerer Sicherheit geschickt aus, um ihre eigenen Pläne vorwärts zu treiben. Es rächte sich jetzt und im Endergebnis nicht nur an uns Deutschen -, daß man im Jahr 1918 zwar einen deutschen demokrati­schen Staat hatte entstehen lassen, dabei aber diesem neuen Staatswesen durch einen unklugen Vertrag und vielerlei, nur der Erbitterung, nicht der Überlegung entspringende Repressalien seinen Weg so sehr erschwert hatte. Dadurch erst fand die übernationalistische Agitation Nahrung und Mittel, den Staat zu zersetzen. Daraus vor allem ist Hitlers , Machtergreifung zu erklären. Und erst von hier aus wird verständlich, weshalb sich im Frühjahr 1933 in Deutsch­ land kaum eine warnende Stimme wider die Konzen­trationslager erheben konnte. Die raffinierte Nachrichten­lenkung verhinderte, daß der Mann der Straße von den grauenvollen Einrichtungen etwas Gewisses erfuhr. Wer wußte noch, was in Deutschland vor sich ging? Flüster­geschichten ersetzten klare Berichte; die gelenkte Presse hatte es leicht, sie als Gerede und, Feindpropaganda' un­wirksam zu machen. Eine Staatsgläubigkeit ohnegleichen, dem Gefühl des Ertrinkenden ähnlich, der die Rettungs­insel nahe glaubt, verbunden mit der Empfindung voll­kommener Ohnmacht, das alles trug dazu bei, das deutsche Volk verstummen zu lassen.

Es ist aber ein Beweis für die Kraft der Wahrheit, daß sich trotz alledem in Deutschland selbst Männer fanden, welche der Gewalt mutig widersprachen, und daß in den Bereichen der Wissenschaft, Dichtung und Religion sich tapfere Deutsche der Lüge entgegenstellten. Um dieses

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