den Zug. Knapp außerhalb des Dorfes brach einer der Unglücklichen zusammen. Pistolenschüsse waren zu hören, dann lagen die Häuser wieder still. Am andern Tag beerdigten die Dorfleute den fremden Mann auf ihrem Kirchhof. Niemand wußte von ihm Namen oder Heimat. Die SS hatte ihm jedes Papier geraubt und ihm schändlich das Gesicht zerschossen.
Seit jenen Tagen stehen entlang dieser Straße die Kreuze. Wer den Elendszug mit eigenen Augen gesehen hatte, dem war der Vorhang von dem Trugbild des Dritten Reiches gerissen. In den Dörfern neben der kleinen Straße fand sich seither niemand, der noch die verruchte Herrschaft verteidigt hätte. Es genügte jetzt, den Zweifler die Straße entlang zu schicken und ihm die Kreuze zu weisen; er mußte verstummen.
So ist jene Straße Sinnbild des Weges, den wir alle gehen müssen. Wir kommen an diesen Kreuzen nicht vorbei. Wir müssen uns ohne Vorbehalt der furchtbaren Wirklichkeit öffnen und in Gedanken den Leidensweg der unzähligen Deutschen und Angehörigen fremder Völker abschreiten. Nur so können wir die innere Überlegenheit über jene Gewalt erringen, die uns mehr als ein Jahrzehnt beherrscht hat; nur so gewinnen wir die Kraft, jede Willkür von innen her zu überwinden.
Wir Menschen vergessen leicht. Kaum sind einige Monate zerronnen, so hat sich unser Sinn wieder den Neuigkeiten, jenen Trabanten der Oberflächlichkeit, zugewandt. Auch gewaltige und furchtbare Begebenheiten versinken schnell im Alltäglichen. Jene Gabe des Vergessens ist ein Geschenk dort, wo der Schrecken sonst unseren Mut nieder
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