Rolle ſpielten. Seit Mai 1935 verſorgte ich dieſe Kreiſe mit Nachrichten aus ausländiſchen Zeitungen und Zeitſchriften, ſchrieb ein großes Eſſay über»Pie Staatsanſchauungen Auguſt Bebels« und leitete einige programmatiſche Diskuſſionen.

Schon die Beſchlüſſe des 7. Weltkongreſſes der Komintern hatten uns auf die beſondere Entwicklung in Frankreich aufmerkſam gemacht. Als endlich im Mai 1936 die franzöſiſche Volksfront einen entſchei= denden Wahlſieg davon trug, war es nach unſerer Meinung Zeit, auch in Peutſchland den Volksfront=Gedanken zu formulieren. Nach= richten, Überſetzungen und Artikel genügten nicht mehr, wir brauchten ein Programm. So entſtanden am 21. Dezember 1936 in-einem Wohn- gebäude der Konſumgenoſſenſchaft Berlin in einer Zuſammenkunft, an der Oskar Debus , Otto Braß , Franz Petrich ® und ich teilnahmen, die zehn Punkte. Wir bildeten ein feſtes Komitee, zu dem im Januar 1937 noch Kurt Schmidt®, im März 1937 Johannes Kleinſpehn!° traten.

Pie Volksfront=Arbeit hatte in Deutſchland eine feſte organiſatoriſche Form gewonnen.-

ZEHN PUNKTE

Geeint in dem Willen, die hitleriſtiſche Piktatur zu ſtürzen, Deutſchland vor dem Untergang in einem zweiten Weltkrieg zu retten und Freiheit und Gleich= heit wieder zu den Grundſätzen des politiſchen Lebens aller Deutſchen zu machen, haben ſich die liberalen, demokratiſchen, ſozialiſtiſchen und kommu= niſtiſchen Gruppen OPeutſchlands zu einer Deutſchen Volksfront zuſammen= geſchloſſen und verkünden dem deutſchen Volke folgende Forderungen als Programm:

Genoſſenſchaftsbewegung tätig. Leiter der Konfumgenoſſenſchaften Saale , Greiz , Velten bei Berlin . Seït 1933 Zentrallagerhalter der Konſumgenoſſenſchaft Berlin . Am 14. 7. 1938 wegen Teilnahme an der Gruppe»Deutſche Volksfront« zu 5 Jahren Zuchthaus verurteilt. Starb im Dezember 1942 im Zuchthaus Brandenhurg=Görden innerhalb von 10 Stunden an einer»Halsentzündung«.

8 Franz Petrich , geb. 18. 9. 1889 in Berkenbrügge. Metallarbeiter in Berlin , nach Befuch der Arbeiterbildungsſchule Berlin feiït 1912 für die ſozialiſtiſche Preſſe als Schriftſteller tätig. Von 1918 bis 1933 politiſcher Redakteur în Gera . Von Beginn der Diktatur bis September 1938 illegaler Parteiarbeiter, auch illegalerSchriftſteller. Am 14. 7. 1939 vom Volksgerichtshof Berlin zu 8 Jahren Zuchthaus verurteilt. Wurde im April 1945 beim Herannahen der Roten Armee mit ſämtlichen politiſchen Gefangenen des Zuchthauſesa Sonnenberg erſchoſſen.

9 Kurt Schmidt, geboren 1913, techniſcher Zeichner. 1933 Leiter der Sozialiſtiſchen Arbeiter= jugend des Verwaltungsbezirks Prenzlauer Berg , Berlin , Organiſator der Gruppe»Neu Beginnen « in Berlin . Später geſamtdeutſcher Leiter dieſer Gruppe. Wurde im Oktober 1939 wegen Beteiligung an der Gruppe»Deutſche Volksfront« zu 12 Jahren Zuchthaus verurteilt und vor dem Erſchießen im April 1945 durch Verbergen auf einem Außenarbeits-Kommando des Zuchthauſes Luckau

gerettet. Politiſcher Sekretär der SPD , Landbesverband Berlin , übernahm im Kampf gegen die SED 1946 eine führende Rolle.

haus verurteilt. Nach Verbüßung dieſer Strafe in das Konzentrationslager Oranienburg=Sachſen=

hauſen überführt, wo er im September 1943 an»Herzſchwäche infolge allgemeiner Körper=-= ſchwäche« ſtarb.

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1,Sturz u 2, Recht un Abſchaffu! gutmachu 3, Freiheil jeder Reli 4, Volle Se in einem mokratie, 5 Einſtell durch Abi ó, Volle Au arbeit an Saniſierte 7,Beleitic tritt Deut 8. Rettunc Inflation, 9. Aufheb (Erbhoſg Einzich des landi 10, Verſtag Sicerze allein de; Deutſche ! Forderunge