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Traum
Langfam neigte sich die Sonne, Und ich stand auf Bergeshöh'. Sah hinab mit Ruh' und Wonne In den blauen, stillen See.
Schaute über wald'ge Wipfel,
Dörfer still im Nebel dort. Rechts sah ich die Bergesgipfel Und manch trauten Ruheort.
Weiter noch, da kamen Schnitter
Über Wiesen, weich und grün.
Heimwärts hin, mit Kindern, mütter
froh zum nahen Dorfe zieh'n.
Aus der Näh' vernahm ich klänge,
Lieblich tönend wie musik. hört der Mädchen leise Sänge, Sah der Burschen stilles Glück.
Doch nicht lange währt die Wonne Und das Glück, ich ahnt es kaum. Denn es weckte mich der Sonne Morgenstrahl aus meinem Traum.
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