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Aus dämmernden Nächten : Gedichte / Roman Gebler
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Leben

( Dachau 1933)

Ich will es ertragen

Und in mir behalten, was du mir gebracht.

Dem einsamen Kaunen in dämmernder Nacht nur will ich es fagen.-

Ich werd' es ertragen,

Denn noch ist in mir nicht das hoffen zerbrochen. noch hör ich die Stimme, die in mir gesprochen:

Du mußt es ertragen!

Jn einsamen Tagen,

-

Wenn brennend die Sehnsucht mich droht zu ersticken- mich auch keine freude vermag zu beglücken:

Dann werd' ich es tragen.

Wenn Träume mich jagen,

-

Erinnyen meine Gedanken umschweben,

Jm Traume des nachts mich die Parzen umgeben

Ich werd' es ertragen.

Dir will ich es sagen:

,, Der du uns zum Sterben das kleid haft gewebt,

Bedenke ich habe noch gar nicht gelebt

-

Und muß dies ertragen!"

Dir will ich es klagen:

,, Der du unser hoffen und Sehnen vernimmst Und über das Schicksal im Weltall bestimmst Ich werde es tragen!"

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