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Memorial / Günther Weisenborn
Entstehung
Seite
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Zeit schon Staub geworden ist und drei Meter tiefer liegt. Odysseus ist noch nicht angekommen, ruft die Brandung. Klagend zertrümmert sie mit glasklaren Wellenhämmern das Gestein der Insel.

Am nächsten Morgen glänzt das Licht herauf. Himmel­blau und glitzernd strahlt das beruhigte Meer zwischen den Oleandern. Man eilt hinab. Die Luft ist wie ein Fest, weich und rein. Weiße Villen leuchten auf, Bäume, in denen die Orangen hängen, eine Sintflut von Blüten, er­haben aufrauschende Palmen, und die Lieder sind un­verändert, wie es die Frauen in den Weingärten sind.

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an die O Schatten

Am Wasser unten zieht man sich aus. Es gibt keinen Sand, es gibt nur Felsen, an denen sich das Wasser, das von Afrika herüberrollt, zerschlägt und aufschäumend bricht. Es ist nicht so wie am Rhein vielleicht, es ist nicht so, daß man nackt über Gras und Sand in das Was­ser hineinläuft. Hier gibt es keinen Sand, hier gibt es nur Geröll und Felsen unter Wasser, Basaltzähne mit Lavanarben, nichts für die Füße.

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Die beste Gebrauchsanweisung für dieses Wasser ist die der Einheimischen. Man erklettere einen der vielen Felsblöcke. Ist der Grund davor grün und tief, so beginne man mit einem mittelstarken Startsprung und schwimme sich zuerst einmal nach Herzenslust aus. Bald ist man draußen in ruhigem Wasser, und nun beginnt einer der köstlichen und unbesungenen Höhepunkte des mittel­ländischen Schwimmens:

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In strahlender Sonne mit Genuß und Trägheit dahin­treibend, von milden Wellen gehoben und gesenkt, liege man auf dem Rücken, biege den Kopf weit zurück und

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