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Memorial / Günther Weisenborn
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die hohe Bordwand hereinziehen konnte. Ein Motorboot mit der Rennleitung rauschte heran, und die Männer brüll­ten uns an, beruhigten sich aber, als sie das schöne, la­chende Gesicht von G. sahen. Die dreißig Boote umrun­deten uns, und wir lachten noch lange.

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verboten

verfluch müde, m

einrückt

nackt a rohe K

Abends

Bei der Kartoffelernte wurden an den Seiten des Kar­toffelackers wir Gefangenen zu zweit aufgebaut, jedes Paar erhielt dreißig Meter abgesteckt, dann begann die Rodemaschine zu arbeiten und warf die Kartoffeln in vier bis fünf Meter weiter Streuung auf die Oberfläche. Jedes Paar mußte seine dreißig Meter Kartoffeln aufgelesen haben, ehe die Maschine wieder neue Kartoffelmengen auswarf. Das hört sich einfach an. Aber die Maschine wurde von den zwei kräftigsten Pferden der Anstalt ge­zogen, und ein alter Gefangener, ein Vertrauensmann, trieb sie unaufhörlich an. Hatte ein Gefangenenpaar mit äu­Berster Schnelligkeit zwanzig Meter weit die Kartoffeln aufgelesen, so prasselten ihm bereits hunderte von neuen Kartoffeln auf seine Strecke. Es mußte jetzt die restli­chen zehn Meter aufarbeiten und außerdem die neuen dreißig Meter, ehe die Maschine wieder vorbeiraste. Wir arbeiteten von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang ge­bückt und rannten wie die Wiesel den ganzen Tag mit waagerechtem Oberkörper. Unsere Hände flogen. Wir wur­den gehetzt, als ginge es um das Leben. Der Schweiß rann im Oktober, und wir beteten inbrünstig, daß es acht Uhr abends würde, um dann einzurücken.

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