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Memorial / Günther Weisenborn
Entstehung
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pen, dunkel und verräuchert, in deren Winkeln nur einige schweigsame alte Tschechen saßen. Wir tranken Südtiro­ ler Rotwein, zwei Flaschen, und unsere Worte waren be­feuert. Wir sahen uns an und tranken und sahen uns wie­der an. Dann gingen wir über den Wenzelsplatz, der aus tausenden von Lampen erleuchtet war. Es war Niklaus­abend, und alle Leute kauften ein. Bäuerinnen in bunten Kleidern standen scharenweise vor den Häusern und prie­sen ihre Waren an. Ueberall hörte man fröhliche Leute reden und lachen. Sie brachte mich zum Bahnhof. Aber als wir uns ansahen- ihr Gesicht unter dem breiten Dut war bleich und beleuchtet-, nickten wir uns an und lach­ten ein wenig. Ich ließ den Zug abfahren und winkte einer Taxe, und wir fuhren wieder zu ihr. Ich fuhr erst vier Tage später zurück nach Berlin .

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Beim Rübenhacken arbeiteten wir zehn Mann in einer Reihe nebeneinander. Jeder hackte drei Reihen. Der Wachtmeister ging dicht hinter uns her. Und nun begann die Angst der Gefangenen, die meistens Kriminelle waren, Feldpostmarder, Sittlichkeitsverbrecher, Diebe und Schie­ber. Sie hackten wie die Teufel darauf los, jeder emsig darauf bedacht, schneller zu sein als sein Nachbar, um sich eine gute Nummer bei den Posten zu sichern und mehr Essen zu verdienen. Auf diese Art löste sich die geschlossene Reihe bald auf, einer arbeitete weit voraus, drei Meter hinter ihm kamen zwei, sieben Meter zurück vier, dann

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