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Memorial / Günther Weisenborn
Entstehung
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Indes zehn Meter höher der große Broadway donnert, indes an den Tischen der Cafeterias von Manhattan sich die Männer gefährlich belauern, indes hingereckte Fami­lien in den Hinterzimmern schnarchen, indes die Festta­feln der Mammuthotels von Seide und Frackhemden knir­schen, indes der aufrauschende Menschenteppich des Ti­ mes Square von zahllosen Neonreklamen taghell über­flammt dahinflutet...

... lebt zehn Meter tiefer im mystischen Halbdunkel riesiger Flure eine Welt für sich, die Subway. Bleich und abwesend irren Rudel von erschöpften Menschen über die Perrons, überdonnert von den Expreßzügen der 1. R. T., erklimmen schmutzige Eisentreppen, hasten grünen oder roten Lichtern nach und springen rasch in die Abteile, ehe der bleiche Wagenmeister die Türen zuknallen läßt. Gestoßen und anstoßend, verwirrt treiben sie alle dahin, gefangen im düster flammenden Rattennest, rattenhaft ha­stend, rattenhaft gierig, blinzelnde, lichtscheue Rudel, ha­ger und schweißüberronnen.

Jeder im Begriff, ein wichtiges Leben fortzuführen, je­der allein mit sich, den Strohhut im Genick, im Kinn noch die gummikauende Härte, während in den Augen bereits das demütige Glimmen erschöpfter Dulder über dem Zei­tungsrand erscheint. Ja, und sitzen sie in den Waggons auf den strohgeflochtenen Bänken, die Yankees, breit zu­rückgelehnt, einen Fuß quer über das andere Knie gelegt, so daß aus dem Hosenrand die dunkelbehaarte Wade auf­schimmert, und immer eine jener dicken Zeitungen an­starrend, so geschieht es oft, daß der ermüdete Mann die Augen schließt.

Weisenborn, Memorial 13

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