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Indes zehn Meter höher der große Broadway donnert, indes an den Tischen der Cafeterias von Manhattan sich die Männer gefährlich belauern, indes hingereckte Familien in den Hinterzimmern schnarchen, indes die Festtafeln der Mammuthotels von Seide und Frackhemden knirschen, indes der aufrauschende Menschenteppich des Ti mes Square von zahllosen Neonreklamen taghell überflammt dahinflutet...
... lebt zehn Meter tiefer im mystischen Halbdunkel riesiger Flure eine Welt für sich, die Subway. Bleich und abwesend irren Rudel von erschöpften Menschen über die Perrons, überdonnert von den Expreßzügen der 1. R. T., erklimmen schmutzige Eisentreppen, hasten grünen oder roten Lichtern nach und springen rasch in die Abteile, ehe der bleiche Wagenmeister die Türen zuknallen läßt. Gestoßen und anstoßend, verwirrt treiben sie alle dahin, gefangen im düster flammenden Rattennest, rattenhaft hastend, rattenhaft gierig, blinzelnde, lichtscheue Rudel, hager und schweißüberronnen.
Jeder im Begriff, ein wichtiges Leben fortzuführen, jeder allein mit sich, den Strohhut im Genick, im Kinn noch die gummikauende Härte, während in den Augen bereits das demütige Glimmen erschöpfter Dulder über dem Zeitungsrand erscheint. Ja, und sitzen sie in den Waggons auf den strohgeflochtenen Bänken, die Yankees, breit zurückgelehnt, einen Fuß quer über das andere Knie gelegt, so daß aus dem Hosenrand die dunkelbehaarte Wade aufschimmert, und immer eine jener dicken Zeitungen anstarrend, so geschieht es oft, daß der ermüdete Mann die Augen schließt.
Weisenborn, Memorial 13
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