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Der Vernehmungskommissar trat ein, kam mit schwerfälligen Schritten bis in die Mitte des Zimmers. Diebold wartete, bis die Wache den Raum verlassen hatte und er auch die gepolsterte
zweite Tür, die ins Vorzimmer führte, zuklappen hörte.
„Was haben Sie erreicht, Strehlke?!“
„Bis jetzt.... nichts, Herr Inspektor. Sie schweigen immer noch hartnäckig.“
„Sie schweigen...“, ahmte Diebold höhnisch nach.„Und das sagen Sie mir so in aller Ruhe, Strehlke?— Sie versagen ja voll- ständig!“
„Ich habe getan, was ich konnte, Herr Inspektor.“
„Was Sie getan oder nicht getan haben, interessiert mich erst in zweiter Linie! Sie sollen die Verhafteten zum Reden bringen! Das ist Ihre Aufgabe! Dazu sind Sie hier!“
Diebolds Worte schienen im Zimmer stehenzubleiben, so still war es. Eine drohende Stille. Der Vernehmungskommissar sah Diebold schweigend an.
„Bis jetzt, sagen Sie...“, begann Diebold wieder,„bis jetzt haben Sie aus keinem der Burschen ein einziges vernünftiges Wort herausgeholt! Wie denken Sie sich das eigentlich, Strehlke? Neh- men Sie an, das kann endlos so weitergehen?!“
Eine nervöse Unruhe, die er vergeblich zu verbergen suchte, er- füllte Inspektor Diebold, je länger er sprach. Den letzten Satz hatte er fast geschrien. Seine eigene Ohnmacht, seine eigenen Miß- erfolge ließ er an dem Mann aus, der grob und klotzig, mit aus- druckslosem Säufergesicht vor ihm stand.
„Da habe ich es Ihnen nun tausendmal gesagt, wen Sie dies- mal vor sich haben, wen wir da gefaßt haben: Spitzenfunktio- näre der Illegalen! Leute, durch die wir diese ganze Widerstands- gruppe aufrollen könnten, wenn sie zum Reden gebracht wer-
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