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Sache Baumann und andere : Roman / Jan Petersen
Entstehung
Seite
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Der Laden nebenan steht immer noch leer. Ich wollte ihn mal dazumieten, die Mauern durchbrechen, die vergrößerten Räume dann neu einrichten lassen... Das große Café! Eine Kapelle, eine Sommerveranda auf dem Bürgersteig... Vorbei. Alles vorbei...

In der Nacht schreckte Möller aus dem Schlaf. Seine Frau rüttelte ihn. ,, Heinrich, was hast du? Du stöhnst ja so... Hein­rich, was ist denn...?!"

Möller schrak auf, sah verstört um sich. Keine Kellersta­tion...? Er tastete mit den Händen über das Bett. Er war zu Hause!

Er sagte aufgeregt, noch halb benommen: ,, Nein, nein, Anna ... Mich haben sie ja nicht geschlagen... mich nicht..." ,, Geschlagen? Sie haben euch geschlagen?!"

,, Sei still, Anna... Was habe ich eben gesagt?! Ich habe nichts gesagt, hörst du!" redete Möller, plötzlich hellwach, auf seine

Frau ein.

Mit keinem Wort kam Möller auf diesen Vorfall zurück. Er ging mit einem so verschlossenen Gesicht umher, daß seine Frau vermied, ihn danach zu fragen. Seit seiner Entlassung entwickelte sich eine Entfremdung zwischen ihnen, unter der sie immer stärker litt.

Möller hatte sich zu einem letzten Versuch entschlossen, sein Geschäft zu retten. Persönlich wollte er zu früheren Kunden gehen, mit jedem einzelnen sprechen. Er bekam fast immer die gleichen kurzen Antworten: ,, Nein, tut mir leid!" ,, Wir be-. stellen bei Ihnen keine Frühstücksbrötchen mehr!" Einige wurden noch deutlicher: ,, Von Ihnen Backware? Kommt nicht mehr in Frage!" Was denken Sie sich denn? Wir haben Ihretwegen genug Aufregung gehabt!"

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دو

Möller achtete kaum auf seine Umgebung, als er hoffnungslos

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