,, Also- zweihundert Mark", sagte der Kassierer ,,, und achten Sie darauf, was Sie hier sagen!"
Wegner schwieg erschrocken. Er unterschrieb das ihm vorgelegte Formular, raffte mit zitternden Händen die Geldscheine zusammen und hastete zum Ausgang. Keine Arbeit, kein Einkommen mehr, keinerlei Unterstützung... Und wenn unser Notgroschen aufgezehrt ist, wovon leben wir dann?
Gleichmäßig dumpf und qualvoll reihten sich die Tage aneinander. Mit übermenschlicher Anstrengung spielte Wegner vor seiner Frau die Rolie eines Sorglosen. Er ließ es ihr an nichts fehlen, kaufte für sie nach wie vor die besten Lebensmittel, doch er selbst sparte sich die Bissen vom Munde ab. Wovon sollen wir später leben? Wovon? Dieser Gedanke verließ ihn nicht.
Bald nahm seine Frau ihre Hausarbeit, alle täglichen Besorgungen wieder auf. Wegner suchte sich nun Beschäftigung im Garten; grub, jätete, besserte den Gartenzaun aus, strich den kleinen Geräteschuppen. Aber sein Leben blieb leer und sinnlos.
Seit Tagen beherrschte ihn nur ein Gedanke: nach Berlin zu fahren, alles Geschehene selbst zu klären, seiner Tochter zu helfen. Seine Frau durfte von dieser Reise nach Berlin nichts wissen! Er erklärte ihr, daß er zu seinem Bruder nach Leipzig fahren wolle, vielleicht wüßte der eine Arbeitsmöglichkeit für ihn.
Es war Nacht, als er zurückkam. Seine Frau wartete auf ihn, auch diesmal brannte in der Küche noch Licht. Sie bekam auf ihre Fragen ausweichende Antworten. Wegner bemühte sich, seine Frau nicht anzusehen, als er abschließend sagte:„ Es war- auch zwecklos." Dann begann er sich hastig auszukleiden.
Er lag im Bett, und die Ereignisse des Tages zogen an ihm vorbei... Ein blasser, hochgewachsener SS- Mann hatte ihn durch das Haus der Geheimen Staatspolizei geführt, durch lange
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