sem wichtigen Fall Wegner bereits erzielt worden waren. Ob die Ermittlungen bereits auf die Spur der Leitung dieser Widerstandsgruppe geführt hätten? Wieviel und welche Personen schon verhaftet worden seien? Daß Inspektor Diebold mit dem Bescheid entlassen worden war, sein Bericht befriedige keinesfalls; man hätte bereits mehr erwartet! Er habe alles daranzusetzen, schnellstens weitere Verhaftungen, größere Erfolge zustande zu bringen! Von alledem wußte Kommissar Strehlke nichts. An ihn war nur der von oben kommende Druck weitergegeben worden. Er spielte in diesem Haus eine untergeordnete Rolle, und er reagierte auf seine Art: Großartig verstehen die es jedesmal in der Fahndungsabteilung 3b, sich allen Trubel abzuwimmeln! Auch die Weiber der Verhafteten, die hier jeden Tag angeplärrt kommen! ,, Gehen Sie nach Zimmer 173, lassen Sie sich bei Kommissar Strehlke melden, der ist dafür zuständig", heißt es dann. Alles wird auf meinem Buckel ausgetragen, meine Nerven müssen herhalten! Da kommt denn die Frau von diesem Bäckermeister, plärrt in die Runde und bringt doch tatsächlich noch einen Topf mit Essen angeschleppt! Die konnte ich wenigstens schnell loswerden: ,, Machen Sie, daß Sie rauskommen! Einen Topf Essen? Sie sind wohl ganz und gar von Gott verlassen! Sie bilden sich wohl ein, hier ist eine Kleinkinderbewahranstalt!- Hören Sie auf zu heulen, Ihr Mann wird in einigen Tagen entlassen!" Oder die Frau von diesem Rechtsanwalt! Kommt jeden geschlagenen Tag, sitzt einem stundenlang draußen im Gang herum, weigert sich zu gehen, will wissen, was mit ihrem Mann los ist. Die konnte ich heute nur loswerden, weil ich ihr damit drohte, sie sofort verhaften zu lassen, wenn sie nicht gleich gehe. Diese Bürohengste in der Fahndungsabteilung! Soll sich doch der Strehlke mit den Weibern herumschlagen!...
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