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Sache Baumann und andere : Roman / Jan Petersen
Entstehung
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XXII

Kommissar Strehlke, der Vernehmungskommissar der Keller­station in der Prinz- Albrecht- Straße, war in der ,, richtigen Stim­mung", wie seine Begleiter, vier SS - Leute, bei sich festgestellt hatten.

Strehlkes Gesicht war heute nicht nur rot gefleckt, es glänzte blauviolett; er hatte die notwendige Portion Alkohol in sich, ohne die er im Keller nicht ,, arbeiten" konnte. Dazu kam eine unbändige Wut: Immer wird auf mir herumgehackt, wenn alles nicht gleich so klappt, wie es sich die Herren Vorgesetzten wün­schen! Jawohl, jedesmal finden sie dann nur einen Sündenbock: Strehlke! Am frühen Morgen, nach einer durchgeschufteten Nacht, hieß es heute wieder: Zu Inspektor Diebold! Und dann ging es los: ,, Berichten Sie! Was haben Sie erreicht?" Und dann ging es weiter: ,, Was? Die leugnen immer noch! Wollen von nichts wissen, streiten alles ab, behaupten, sie sind unschuldig!... Groß­artig! Das ist alles, was Sie aus denen herausgebracht haben? Das ist alles, was Sie mir zu berichten haben, Strehlke? Dazu brauchen wir Sie nicht, den Stuẞ kennen wir bereits, davon haben die schon genug geschwatzt. Wozu hatten Sie denn die ganze Nacht, Strehlke?! Habe ich Ihnen nicht gesagt, daß Sie Spitzenfunktio­näre der Illegalen vor sich haben? Habe ich Ihnen nicht gesagt, daß die viel wissen, viel wissen müssen! Und jetzt kommen Sie mir mit solchen Ergebnissen! Einfach lächerlich. Was ist in Sie gefahren, Strehlke? Sie versagen ausgerechnet diesmal, wo alles

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