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Sache Baumann und andere : Roman / Jan Petersen
Entstehung
Seite
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Evas Stimme fibrierte: ,, Was soll ich Ihnen bloß noch sagen? Ich weiß nichts mehr. Ich habe doch erzählt, wie alles gewe­sen ist."

Gut,

,, Sie sind unbelehrbar, wie alle andern. Alle wollen unschuldig sein, wollen sich an nichts erinnern können, wollen von nichts gewußt haben. Das kennen wir zur Genüge! Das geht immer nur solange, bis wir Ihnen das Gedächtnis auffrischen! wie Sie wollen! Jetzt ist jedenfalls Schluß mit dem Theater­spielen! Wir wissen von Ihnen mehr, als Sie ahnen! Jetzt werden wir auf gut deutsch mit Ihnen reden!"

Inspektor Diebold sprach langsamer, betonte jedes Wort: ,, Erstens: Uns ist genau bekannt, daß Sie Sekretärin in der Lei­tung der Widerstandsgruppe K sind. Weiter: Die Konditorei Möller war die Anlaufstelle für Kuriere dieser illegalen Leitung. Kramer und Reichel aber sind Ihre Verbindungsmänner, an die Sie empfangene Nachrichten und Anweisungen weiterzugeben hatten!" Diebold machte eine kurze Pause, um die Wirkung seiner Worte zu steigern. ,, Wollen Sie nun reden? Noch kann für Sie dann alles einigermaßen glimpflich ausgehen. Ich sage Ihnen noch mal, es ist besser für Sie, wenn Sie mir alles Weitere sagen, als daß ich es Ihnen sagen muß."

In Evas Gesicht wechselte jäh die Farbe. Den vollen Sinn der Worte Diebolds verstand sie nicht, sie verstand nur eines, und dieser Gedanke trieb ihr alles Blut zum Herzen: Sie selbst stand unter Verdacht. Die bohrenden, feindseligen Blicke der drei...

Sie sagte gepreßt: ,, Glauben Sie mir doch... Ich bin doch nur Verkäuferin bei Möllers... Ich soll mit Illegalen...? Bitte, glauben Sie mir doch, ich habe mit solchen Leuten nie etwas zu tun gehabt! Und ich soll für eine Leitung...?" Sie suchte

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