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Sache Baumann und andere : Roman / Jan Petersen
Entstehung
Seite
112
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schinenhalle, bei jedem Läuten des Telefons fuhr sie hoch: viel­leicht hatte man auch etwas gegen sie?!

Sie bemerkte Wegner sofort, als er durch die kleine Seitentür der Halle kam, als wolle er nicht gesehen werden. Er sah weder nach rechts noch nach links, kam langsam auf die Meisterbude zu. Dann hörte ihn das Mädchen schwerfällig die eisernen Stufen hochsteigen, als müsse er bei jeder Stufe ausruhen. Jetzt betrat er den Raum. Er sprach kein Wort. Die Werkstattschreiberin beobachtete ihn scheu.

Meister Wegner setzte sich an seinen Arbeitstisch, fuhr lange mit den Händen über die Tischplatte, als streichle er das tote Holz. Dann stand er auf, griff nach dem Telefonhörer, wiegte ihn in der Hand, legte ihn wieder auf, machte einige Schritte, blieb vor einem Stoß Zettel stehen, die auf einen Haken an der Wand gespießt waren, blätterte in den Zetteln-

ging hinaus. Wie im Traum ging Wegner durch den Maschinensaal. Zum letztenmal! Er sah die Menschen an den Maschinen und sah sie doch nicht. Er sprach niemanden an. Er wollte allein sein. Die Maschinen surrten, rasselten; Abschied, Abschied sangen sie.

Vor einer schwarzglänzenden Maschine blieb Wegner stehen. Das war die neue. Wegner betastete den stählernen Körper, die Streben, die Schrauben, als sei die Maschine ein lebendes Wesen. Das war die neue Spinnmaschine, letztes Modell. Er war es, der um ihre Aufstellung eingereicht hatte, denn die Spinnerei blieb in der Produktion zurück! Diese Maschine würde vielleicht mor­gen schon laufen. Die Produktionskalkulation fehlte noch aus den Büros.

Wegner griff nach dem Schalthebel. Mit dumpfem Brummen, als wolle sie Antwort geben, sprang die Maschine an.

,, Meister Wegner.

...", sagte da plötzlich jemand hinter ihm.

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