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lung kann man schwerlich heucheln. Der Mann weiß anscheinend wirklich nicht, was seine Tochter in Berlin treibt. Wozu ihn verhaften? Er hat das Haus hier, er ist auch nicht mehr der Jüngste, er wird von hier nicht fortgehen...!
Vor dem Glauchauer Polizeipräsidium ließ Inspektor Diebold nochmals halten und verständigte den zuständigen Polizeioffizier. Der Offizier stellte Fragen, wollte Einzelheiten wissen.
,, Unsere Untersuchungen sind hier beendet. Sie können die Sache auf sich beruhen lassen", fertigte Diebold ihn ab. ,, Wenn sich die Situation ändert, geben wir Ihnen neuen Bescheid."
Auf der Rückfahrt nach Berlin überlegte Diebold, was nun zu tun sei. Er mußte sich jetzt ganz auf Ermittlungen in Berlin konzentrieren, soviel war klar. Ein anderer Fall fiel ihm ein. Schon eine verflucht komische Zeit, dachte er. Heute kennen sich viele Eltern in ihren eigenen Kindern nicht mehr aus. Die Sache mit dem SS- Mann Grabusch vor ein paar Wochen war diesem Fall hier ähnlich, allerdings von der anderen Seite her gesehen. Grabuschs Eltern hatten sich auch nicht träumen lassen, daß ihr Sohn, der langjährige SS- Mann, oppositionell war und Staatsfeinden internes Dienstmaterial lieferte! Treue, zuverlässige Nationalsozialisten waren die Grabuschs und ihr Sohn!- Auch solche Fälle gab's. · Diebold fielen die Instruktionen ein, die er diesem Direktor Kraut betreffs Wegner gegeben hatte. Er schüttelte die Gedanken ab. Nur kein falsches Mitleid mit solchen Leuten. Warum hat der Mann solch eine Tochter! Nur keine Humanitätsduselei! Sentimental werden, das fehlte noch!
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