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Sache Baumann und andere : Roman / Jan Petersen
Entstehung
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das schon empfunden. Er war nicht abgestumpft, sondern fühlte sich mit den Maschinen verwachsen, sie waren wie lebende Wesen für ihn. Beinahe ein halbes Menschenalter arbeitete er in diesem Werk. Diese Arbeit war seine Welt, in der er fühlte und lebte; diese Arbeit und das kleine Einfamilienhaus am Rande der Stadt mit dem schmucken, selbstgepflegten Garten. Sein kleines Häus- chen und der Garten gaben ihm Entspannung und Erholung nach des Tages Arbeit. Stundenlang konnten sie im Garten sitzen, ohne ein Wort zu reden; er mit der Pfeife im Mund, Emma, seine Frau, mit dem Strickzeug. Jede Blume liebten sie zärtlich, erleb- ten ihr Wachsen und Blühen mit. Im Herbst fiel es ihm schwer, die Früchte von den Zwergbäumchen zu nehmen, die in dunklen

satten oder in hellen Farben leuchtenden Früchte, mit der glat-

ten glänzenden Haut. Dreiundzwanzig Jahre war er nun im

Werk beschäftigt. Leicht hatte er es nicht gehabt, bis er Meister Wegner wurde. Wahrhaftig nicht leicht. Noch einige Jahre, dann kam der ruhige Lebensabend, die Pensionierung. Dafür sorgte die Werkmeisterkasse. Ein fremdes, ungewohntes Leben würde dann beginnen. Wie nie betretenes Land tauchte es zuweilen am Hori- zont seiner Gedanken auf. Er konnte sich nicht vorstellen, wie er ohne Arbeit, ohne dieses pulsierende Leben der Fabrik weiter- leben sollte; wie ausgeschaltet und überflüssig...

3.... Meister Wegner! Meister Wegner...!

Die Werkstattschreiberin lief durch den Maschinensaal, rief mit langgezogener Stimme. Wegner hörte sie, in Gedanken ver- sunken und im Lärm der Maschinen, lange nicht. Aufgeregt ging dann das Mädchen neben ihm her.

Direktor Kraut verlangt Sie ans Telefon. Direktor Kraut persönlich!

Ihre Aufregung übertrug sich auf Wegner.Was? Direktor

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