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aus. Ich bin ruiniert, von diesem Schlag erholt sich mein Geschäft nie! Während der letzten halben Stunde hatte er an nichts anderes denken können.
,, Nur die Backstube", wiederholte Inspektor Diebold höhnisch. ,, Sie sind wohl der Meinung, wir kommen nur zu unserem Vergnügen, zum Zeitvertreib!"
Die beiden Gesellen in der Backstube sahen nicht auf, als die Männer eintraten, einer rollte emsig Teigfladen, der ande: e hantierte mit einem großen Holzschieber vor dem offenen Backofen. Gestapo im Haus! Etwas Ungewöhnliches mußte passiert sein!
Inspektor Diebold warf ihnen einen kurzen Blick zu. Die beiden kommen später dran, dachte er, die sind hier in Lohn und Brot, können nicht fort. Er zeigte auf die rechte Wand: ,, Lassen Sie die Säcke ausschütten!"
Möller sah ihn fassungslos an. ,, Das sind Säcke mit Mehl Mehlsäcke und zwei Zuckersäcke!" sagte er beschwörend. ,, Wohin soll ich denn das kann ich doch dann nicht mehr verarbeiten, Herr Inspektor das verdirbt mir doch alles, Herr Inspektor..."
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,, Die Säcke ausschütten, habe ich gesagt!"
Möller ging mit schleppenden Schritten zu den beiden Gesellen und wiederholte Diebolds Aufforderung. Die Gesellen sahen sich an und machten sich mit überstürztèr Hast an die Arbeit.
Möller lief hin und her, stellte Backtröge und Gefäße auf; sie konnten die Mengen nicht fassen, flossen bald über, Mehl und Zucker häuften sich auf dem Steinfußboden, weiße Wolken hingen in der Luft, trübten das Licht der elektrischen Birnen.
Die Kommissare und die Schupos hatten sich in die gegenüberliegende äußerste Ecke gestellt; jetzt gingen sie umher, stocherten in dem Teig, der auf langen Tischen und bei einer Knetmaschine
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