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war unmöglich, Herr Hauptmann. Das wäre dem Mädchen bestimmt aufgefallen." Er bemühte sich, ruhig zu sprechen.
Der Hauptmann drehte seinen Spitzbart zwischen den Fingern, sah Baumann schweigend an und nahm seinen Rundgang im Zimmer wieder auf.
Die Stille im Raum lastete auf Baumann. Er begann wieder: ,, Nachdem ich diese Beweise hatte, habe ich das Mädchen ständig überwacht, Herr Hauptmann. Abends, wenn sie aus dem Geschäft kam und auch in ihrem Privatleben. Ich habe ihr Haus beobachtet, ich bin ihr unauffällig nachgegangen. Sie traf sich jedesmal mit einem anderen Mann, in Cafés oder in Tanzlokalen. Und jedesmal tauschte sie mit diesen Männern Papiere Einmal wartete sogar ein Privatauto auf das Mädchen. Ich habe mir natürlich sofort die Nummer notiert..."
aus.
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Baumann griff in die Uniformtasche und blätterte in seinem Tätigkeitsbuch.- Jetzt muß alles weitergehen, was soll sonst
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werden, dachte er.
,,...
Hier, die Autonummer ist: IA 78 312. Ich habe festgestellt, daß das Auto einem Dr. med. Georg Kramer, Hackescher Markt 2, gehört, Herr Hauptmann.“
Baumann gewann jetzt seine innere Sicherheit wieder. Seine letzten Worte bereiteten ihm brennende Freude. Was er sagte, spiegelte sich mit verzerrter Logik in ihm. Ist alles richtig sie hat mich nicht ungestraft zum Narren gehalten! Und ihre Lebemänner sollen auch nicht davonkommen!
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,, Für diese Feststellungen brauchten Sie doch ziemlich viel Zeit? Wie lange haben Sie denn das Mädchen beobachtet?" fragte der Hauptmann.
,, Die letzten zwei Monate, Herr Hauptmann", antwortete Baumann ohne Zögern.
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