Druckschrift 
Sache Baumann und andere : Roman / Jan Petersen
Entstehung
Seite
46
Einzelbild herunterladen
  

Baumann starrte die Frau an. Das könnte Eva sein! Er ver­jagte den privaten Gedanken.

,, Sie wünschen?" fragte die Frau. Ihre Augenbrauen zogen sich für einen Moment zusammen, dann schien sie aber gar nicht über­rascht, die Polizei an ihrer Wohnungstür zu sehen.

,, Geheime Staatspolizei !" sagte Kommissar Schneider barsch. Er schlug seinen Rockkragen zurück, zeigte seine Amtsmarke. Dann stieß er mit dem Fuß gegen die Tür. Die Frau lieẞ blitz­schnell die Tür los, drehte sich um und rief in den Korridor hinein: ,, Hans! Komm doch mal her hier sind einige Herren von der Behörde!"

Das Wort Behörde betont sie absichtlich, eine ganz Raffinierte, dachte Baumann.

Der Kommissar schob die Frau zur Seite, ging auf die Zimmer­tür im Hintergrund zu. Baumann und Puschke blieben dicht hinter ihm.

Die Tür ging auf. Ein großer schlanker Mann mit langem dunklem Haar kam ihnen entgegen.

,, Geheime Staatspolizei - Haussuchung!" wiederholte Kom­missar Schneider.

Der Mann sah ihn an, sagte mit fester Stimme: ,, Eine Haus­suchung? Bei uns? Das muß ein Irrtum sein."

,, Reden Sie nicht! Sie sind uns schon lange als Staatsfeind be­kannt!" fuhr ihn Kommissar Schneider an. Er drehte sich zu der Frau um, machte eine herrische Handbewegung: ,, Sie kommen auch hier ins Zimmer! Rühren Sie sich beide nicht von der Stelle, rate ich Ihnen!"

دو

Wie Sie wünschen", sagte der Mann kühl. Er ging ins Zimmer zurück, setzte sich in einen Lehnstuhl. Seine Frau stellte sich

neben ihn.

46