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VI
Wie im Fieber verbrachte Baumann die nächsten Tage. Er hatte sofort festgestellt, daß der Besitzer des Autos Dr. ined. Georg Kramer, Hackescher Markt 2, war.
Woher mochte Eva den Arzt kennen? Das Wichtigste: wie stand sie zu ihm? Das fragte er sich noch!? Der Mann hatte sich eindeutig genug benommen! Vielleicht war er auch nur ein entfernter Verwandter? Baumann klammerte sich an diesen Gedanken, redete ihn sich als Tatsache ein und verwarf ihn dann wieder. Fräulein Wegner habe in Berlin keine Verwandten, sei hier ganz allein, hatte ihm doch der Bäckermeister Möller erzählt!
Tagelang legte sich Baumann für Evas Autobekanntschaft Entschuldigungen zurecht und begrub sie wieder unter Zweifeln. Er versuchte, ihr einen Brief zu schreiben, um Aufklärung zu verlangen. Jedesmal zerriß er den halbfertigen Brief. Das sieht aus, als spüre ich ihr nach!
Von Zweifeln zermürbt, immer in Angst, Eva zu verlieren, versuchte er sich durch anstrengenden Dienst zu betäuben. Er blieb lange über seine Dienstzeit auf der Revierwachtstube und schrieb. Er meldete sich freiwillig zu Sonderstreifen. Nichts half. Er brütete vor sich hin, wurde mürrisch, gab bei den geringsten Anlässen gereizte Antworten.
Erst hatte sich Baumann vorgenommen, Eva am Montag in der Konditorei aufzusuchen und mit ihr zu sprechen, aber diesen
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