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Sache Baumann und andere : Roman / Jan Petersen
Entstehung
Seite
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Schupowachtmeister Baumann sah noch einmal prüfend in den Spiegel. Der Schlips saß prima, silbergrau, paẞte gut zum Anzug. Gutgelaunt, begann er eine Schlagermelodie vor sich hin zu singen: ich bin ja heut so glücklich... so glücklich... so glücklich..." Alles prima! Neues Oberhemd, frisch rasiert, das Haar gut eingefettet. Baumann atmete tief ein und reckte sich, daß die Gelenke knackten. Wäre noch schöner, wenn ein Kerl wie ich bei den Mädeln kein Glück haben sollte! dachte er. Groß und breitschultrig, straffe sportliche Haltung! Er steckte die Daumen in den Hosengürtel, trommelte mit den Finger­spitzen auf dem Leder und ging im Zimmer auf und ab.- Bei dieser Eva war das nicht so einfach gewesen. Aber heute gehen wir aus, jawoll! Baumann sprach plötzlich seine Gedanken Ganz in laut aus: ,, Die wählt nur was Festes! Was Sicheres! Ordnung. Die ist goldrichtig, Baumann!" Auf seinem Marsch durch das Zimmer schlug er übermütig auf den Tisch, gegen den Kleiderschrank, boxte eine Beule in das Sofakissen und begleitete Wir werden an die jeden Schlag mit einem: ,, Goldrichtig!" Havel fahren, uns in ein Restaurant setzen, ans Wasser. Bau­mann unterbrach seinen Rundgang, schloß den Kleiderschrank auf, nahm sein Jackett heraus, strich mit der Hand gar nicht vorhandene Falten glatt und zog es an.

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Laut pfeifend ging er den Korridor der Wohnung entlang. Frau Schuster, seine Wirtin, stand in der Küchentür. Ihre Arme

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