dabei sogar ein französischer bischöflicher Kommissar die Festrede halten würde. Als Vorspruch zu meiner Ansprache wurde Schillers bekannter Vers gewählt:

Wo das Strenge mit dem Zarten,

Wo Starkes sich und Mildes paarten, Da gibt es einen guten Klang.

Mit besonderem Nachdruck betonte ich in meiner Rede, daß Karl Frey vor versammelter Mannschaft sich geweigert hatte, einem Kame­raden im berüchtigten Bock die 25 offiziellen Hiebe zu verabfolgen. Unser braver Karl kam in ein anderes Straflager. Soll er noch am Leben sein?

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IV. Zwangsarbeiter Hitlers

1) Strohsackkommando

Ende Januar 1943 stellte ich mich nach dem Morgenappell zu den Kameraden des Strohsackkommandos und marschierte mit 40 Mann zur Arbeitsstätte. Der Strohsack- Capo war ein kleines, zimperliches Männchen. Trotz seiner schwächlichen Gesundheit sang und pfiff er immer lustig. Und doch hauste er mindestens schon fünf Jahre als Zwangsgast Hitlers im Dachauer Lager. Wenn ich heute an ihn denke, darf ich mit Uhland singen: ,, Ich hatt' einen Kameraden, einen besser'n find'st du nit." Von erster Stunde ab schloß ich nämlich unseren Capo in mein Herz ein, und auch er stand zu mir wie ein Bruder. Zwei sozialdenkende Männer hatten sich hinter dem Stacheldraht gefunden, ein pechschwarzer und ein knallroter. Der Capo war Kommunist, ehe­mals Stadtverordneter in Leipzig . Köstliche Stunden verplauderten wir miteinander über die soziale Frage. In den ersten Tagen schonte er mich, da meine Brandwunden immer noch bluteten. Die Zeit konnte ich beliebig verwenden.

Der Untercapo hieß Krause, war auch Kommunist, aber aus ganz anderem Holze geschnitzt. Acht Jahre Dachauer Internierung hatten dem armen Kerl den Gehirnkasten etwas demoliert. Der verbitterte und launische Chef stieß mit seinem düstern Essiggesicht und seinen

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