mal zu tun pflegen, und schrie: ,, Ob der Paulus heißt oder Petrus , das ist mir scheißegal. Euer Paulus- Petrusfelsen wird gesprengt. Unser Felsen aber bleibt hart wie Kruppstahl. Wir haben noch das Heft in Händen." Dabei betonte Redwitz das Wort ,, noch" absichtlich, wohl­wissend, daß der Hitlerfelsen am Bersten war.

,, Alle Toten zum Appell antreten!" hätte eigentlich auch ein Kommandoruf lauten sollen. Denn bis Sommer 1942 mußten auch die in der Nacht verstorbenen Kameraden zum Morgenappell getragen und mitgezählt werden. Die Leichen lagen hinter jedem Block unbe­deckt am Boden. Schwerkranke und Krüppel wurden ebenfalls zum Appell gezwungen. Freunde trugen ihre schwachen Kameraden meist auf dem Rücken oder fuhren sie auf Schubkarren zum Appellplatz. Die reichsdeutschen Mithäftlinge wandten beschämt ihre Blicke von den Bedauernswerten ab, und uns Ausländern stieg die Wut über solche Herzlosigkeit bis in den Hals.

Im Spätsommer 1944 erlebte ich eine unvergeßliche Szene. Wir waren nach dem Abendappell zum Block zurückgekehrt und ich begab mich auf das Büro. Da begegnete mir ein Mithäftling, der einen Schwerkranken im Reitsitz auf den Schultern vom Appell heimtrug. Der Sterbende hielt sich krampfhaft an der Stirne des Freundes fest. Als ich mich ihnen gerade näherte, glitten die Hände von der Stirne. Ohne mein schnelles Hinspringen wäre der Mann kopfüber zu Boden gefallen. Wir legten den Kameraden auf das Gras des Straßenrandes. Traurig schaute mich der Sterbende mit seinen großen Augen starr an. Leise flüsterte ich ihm ins Ohr, ich sei katholischer Priester. Da suchte er meine Hand und lispelte etwas, das ich nicht verstehen konnte. Der noch junge Mann faltete die Hände wie zum Gebet. Mit zitternden Worten gab ich die Lossprechung. Nach einigen Minuten war mein Kamerad tot. Daheim bangte gewiß ein armes Mütterlein um den heißgeliebten Sohn- hier lag seine Leiche am Rande der Lagerstraße.

Bis zum Herbst 1944 teilten die SS - Leute auf dem Appellplatz die offiziellen 25 und 50 Hiebe vor uns Angetretenen mit sichtlicher Wollust aus. Man stellte den Bock, in den die Delinquenten einge­zwängt wurden, vor die beiden Pfarrerblocks. Da standen wir einmal anderthalb Stunden und sollten zusehen, wie man Kameraden quälte, und zuhorchen, wie die armen Leute vor Schmerz aufschrien. Ich schloß

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