auf die Spritze, und die Säure drang in die Haut. Der Mann brüllte vor Schmerz. Eine zweite Ladung wurde auf die Brust, eine dritte auf den Leib losgelassen. Zweiter Befehl: ,, Umdrehen, tief bücken!" Eine neue Ladung sauste hinein. Dritter Befehl: ,, Abtreten!" Heulend vor Schmerz lief der Mann unter die Dusche. Das ist kurz und drastisch die Dachauer Körperdesinfektionsmethode, einigermaßen anständig erzählt. Alle die schmutzigen Worte und vieldeutigen Redensarten, die dabei fielen, sollen verschwiegen bleiben. An mich erging natürlich auch der dreifache Befehl. Zuvor sagte ein SS- Mann oder ein Mithäftling, genau erinnere ich mich nicht mehr: ,, Das ist der Pfaffe mit der frechen Schnauze. Dem wollen wir den Bauch verbrennen." Für ,, Bauch" gebrauchte er ein Wort, das zu schreiben der Anstand verbietet. Bei mir wurde die Spritze in eine Säure getaucht, die nur wenig oder überhaupt nicht mit Wasser gemischt war. Diese Säure ließ der Unmensch obendrein in größerer Menge auf mich los, als es bei den anderen Leidensgenossen geschah. Ich hatte das Gefühl, von Brust bis Unterleib in Flammen zu stehen. Da man es besonders auf die empfindlichsten Körperteile abgesehen hatte, war der Schmerz kaum ertragbar. Wie Feuer schoß es mir in den Kopf. Mir deuchte, das Gehirn müsse aus dem Schädel herausfliegen. Fast ohnmächtig glitt ich auf den Boden. Die Desinfektionsbanditen und die SS - Teufel lachten laut auf, ja, sie johlten förmlich vor viehischer Lust. Ihre spöttischen Bemerkungen darf ich nicht wiedergeben, troffen sie ja vor Schmutz. Man schleppte mich auf eine Bank. Die Haut der Brust und des Unterleibes war scharlachrot und hing an einigen Stellen in Fetzen herab. Nur mit der Anstrengung meiner ganzen Willenskraft konnte ich das volle Bewußtsein langsam zurückgewinnen. Ein SS - Arzt untersuchte mich, spottete in gemeinen Ausdrücken über meine Haut und verordnete zur Heilung der Brandwunden eine halbstündige Bespritzung mit eiskaltem Wasser. Ein Mithäftling nahm einen Schlauch in die Hand, genau wie ihn die Feuerwehrleute zum Löschen eines Brandes benutzen, und schleuderte kalte Wasserstrahlen auf mich los. Schon nach einigen Minuten brach ich wieder zusammen. Viele Kameraden, selbst Blockältester Muth, legten zu meiner Schonung Fürsprache ein, um mich von den Qualen zu befreien. Man verzichtete auf die halbe Stunde Marter. Ich war frei.
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