auch viele von uns‘deutschen Priestern. Da ist auch mancher Laie ein Tarzisius gewesen, der den Kranken die hl. Kommunion über- brachte, wenn es unmöglich war, in die eine oder andere Stube einen Priester hinzuschicken. Und Hunderte sind hier eines seligen Todes gestorben....‘‘
Wir Geistlichen hörten auch die Beichte der gesunden Kameraden, die darum baten, und reichten ihnen die hl. Kommunion in einem- Papier, in einem weißen Tuch oder in einem Etui. Die Priester teilten ‘auch auf dem'Appellplatz oftmals in der Dunkelheit die hl. Kommu- nion aus, während die SS -Leute die anderen Blöcke abzählten.
Oft empfingen Prinz Xavier de Bourbon , der Bruder der Kaiserin Zita , wie auch der Prinz Leopold aus dem Hause Hohenzollern , der französische Minister Blaisot, alle in ärmlichen Häftlingskleidern, illegal in der Kapelle die hl. Kommunion neben Ärzten, Offizieren, Arbeitern oder Kleinbauern.
Polnische Priester erbaten sich vom Kapellencapo Hostien undWein. Draußen in der Plantage arbeiteten viele polnische Pfarrer in Gewächs- häusern. Während einer von ihnen Wache hielt und andere Kame- raden sich mit Scheinarbeit beschäftigten, kniete der Polenpriester der schon am längsten im Lager schmachtete, am Boden, das Gesicht in das Gewächshaus hineingerichtet, um den Schein zu erwecken, als jäte er Unkraut. Droben vom Beobachtungsturm aus hätten ja SS-Posten etwas erspähen können. Der kniende Priester hatte einen kleinen Trag- altar in den Boden gedrückt und dort las er die hl. Messe. Viele Kame- raden eilten herbei, mit Gras oder Pflanzen in der Hand, gleich als ob sie dort etwas zu schaffen hätten. Auch sie knieten nieder und spen- deten sich selber die heilige Kommunion. Nie sind die Polen bei einer solchen heiligen Handlung in diesen modernen Katakomben erwischt worden.
Von 1941 bis 1943 stellten die SS-Wächter im Polenpriesterblock ausgesucht glaubensfeindliches Personal an. Gottesdienst innerhalb des Blocks kam daher nicht in Frage. Nach dem Fall von Stalingrad wurden aber die Block- und Stubenältesten durch Polenpriester ersetzt. Jetzt zelebrierte in jeder Stube ein Geistlicher morgens vor dem Appell ohne Meßgewand und ohne Kerzen. Wachtposten sorgten dafür, daß
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