der Sonntagsmesse aus der Kapelle rufen zur Abbüßung der Strafen, die über sie verhängt worden waren. Im Oktober 1941 herrschte in dem Pfarrerblock Nr. 26, wie so oft, die allergrößte Aufregung. Phantasiereiche Geistliche posaunten aller- hand Parolen aus: Papst und Bischöfe hätten scharfe Reden gegen die Nazis und auch gegen die Konzentrationslager gehalten. Was eigentlich los war, wußte in Dachau kein Häftling. Jedenfalls schien den Pfarrern wiederum ‚der Vernichtungskrieg erklärt worden zu sein, da unerwartet SS -Leute in die Priesterblocks stürzten und mit viel Lärm herumbrüllten:„Alle Pfaffen heraus auf die Blockstraße!“ Nun gings los. Ein Laufen, Rennen, Schieben, Stoßen. Das Personal tobte auch wild, gab Ohrfeigen, versetzte Fußtritte und teilte Rippenstöße aus. Da man eine Taschenfilzung vermutete, warfen die Pfarrer ihre Me- daillen und Rosenkränze in irgend eine Ecke. Kommandant Hoffmann erschien persönlich. Befehl:„Polen und Deutsche sollen sich von ein- ander trennen.“ Die Holländer, Belgier und Luxemburger schlugen sich zu den Polen . Franzosen waren noch keine im Lager. Der Kom- mandant hielt eine üble Hetzrede gegen den Papst, die Bischöfe und die Priester.„Mit euren Privilegien ist es aus. Nur die Reichsdeutschen dürfen die Kapelle betreten, nur sie erhalten Wein und Mittagsruhe, nur sie sind von Transporten befreit. Wer von euch ist Volksdeutscher?“ Da sich kein einziger sogenannter Volksdeutscher auf seiten der Reichs-, deutschen stellte, mußten die Holländer, Luxemburger , Belgier und Polen auf Block Nr. 28 wandern. Auf Nr. 26 durften nur noch reichs- deutsche Geistliche wohnen. Um den Block Nr. 26 kam jetzt ein besonderer Drahtverhau mit einem Wachtposten. Da man ‚von der Blockstraße Nr. 28 in die Kapelle hineinsehen konnte, wurden die Kapellenfenster mit dicker weißer Farbe bestrichen. Auf dem Polen - priesterblock mußten alle Breviere, Rosenkränze und dergleichen ein- gesammelt werden. Der Kommandant verbot den Insassen des Blocks Nr. 28 jede religiöse Praxis, auch innerhalb des Blocks, unter'An- drohung schwerster Strafe. So blieb es bis Weihnachten 1942. Unterdessen war der erste französische Priester in Dachau angekommen. Er wurde in den Polen - block abgeschoben. Erst ab Neujahr 1943 wohnten auch die aus- ländischen Geistlichen, mit Ausnahme der Polen , im Block Nr. 26.
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