Minuten riefen sie lachend:Die Hinrichtung wird um eine Stunde verschoben. Um fünf Uhr holten sie mich wieder. Diesmal schien es ernst zu werden, denn sie fragten mich in einem Ton, als ob sie Mitleid mit mir hätten:Hast du noch einen letzten Wunsch?Nein! Wieder stand ich an der Wand, wiederum wurden die Gewehre recht umständlich entsichert. Jemand kommandierte laut:Legt an!"Durch mein Gehirn zuckte das Wort:Feuer! Arme Frau, arme Kinder! Es fiel ein Schuß. Entsetzt sarık ich zu Boden und wurde wieder emporgerissen. Genau so erging es mir um sechs Uhr.Schießt mich tot! Schießt mich tot! flehte ich die Unmenschen an.Ich werde. wahnsinnig! Die Unholde lachten nur und meinten zynisch:Später erschießen wir dich mit Dreck, denn du bist die Kugel nicht wert....

Eine andere Szene beim Strafexerzieren auf dem Appellplatz. Zehn Mann stehen zitternd vor einem SS-Kommandoruf:Marsch, rechtsum.. linksum.. halt... marsch. Laufschritt.schneller! Der SS- Mann fuhr auf einem Fahrrad nach und teilte Hiebe aus.Schneller... halt... niederlegen... auf, zehnmal nacheinander.., Mit Bauch auf dem Boden rutschen! Auf... Laufschritt... rechtsum.., linksum,.,. Arme streckt... aufschließen... niederlegen... aufspringen ,., hüpfen...! Zehnmal Kniebeugung...! Die Hetzerei dauerte eine Stunde. Heiße Schweißtropfen perlten von der Stirne. Die Kleider waren durchnäßt. Kaum vermochten die armen Leute noch zu atmen.

Ein Sonntagsvergnügen der SS. Lagerinsassen wurden gezwungen, am Gräberbach, wo ein Eimer mit Abort stand, nackt anzutreten. Die Kameraden mußten mit den Händen den Kot fassen und sich damit das Gesicht und den Körper einreiben, in den Bach springen, sich waschen, sich wieder beschmieren, sich abermals waschen und) dies, zum Ergötzen der boshaften Zuschauer, eine Stunde lang.

Zur Illustrierung der geradezu teuflisch ausgedachten körperlichen Martern dienen noch einige Beispiele. Zwei SS -Männer packten einen Häftling an, zogen ihm mit festen Griffen das Gesicht nach unten und warfen ihm eine Decke über den Kopf. Die SS -Henker standen links und rechts und schlugen mit dicken Stöcken im Takt auf das Gesäß des Ärmsten los. Einer der Prügelhunde zählte dabei laut: eins... zwei... bis auf 50. Für ein geringfügiges Vergehen schlug man nicht selten hundertmal mit einem Gummiknüppel auf die Fußsohlen.

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