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V. Grausame Behandlung der Häftlinge besonders in den Jahren 1933 bis 1943
1. Von Seiten der SS
Obwohl ich persönlich nachfolgende Bestialität nicht selbst miterlebt habe, bürge ich für deren volle Wahrheit. Viele ernste Augenzeugen haben mir diese Berichte gegeben, die übrigens vor Gericht unter Eid und auch in bereits gedruckten Memoiren mit Namensunterschrift des Autors bestätigt worden sind. Auch aus anderen Lagern haben Häftlinge genau dasselbe, Ähnliches und noch Schlimmeres der Welt bekanntgegeben. Ohne Zweifel wurden SS - Wärter und besonders die Gestapo der K. Z. zur Vollbringung solcher Schandtaten in besonderen Kursen herangebildet, sonst könnte man die gleichmäßigen Schindermethoden, die in allen Lagern zutage traten, kaum erklären. Mich schaudert, solche nervenzerrüttenden Einzelheiten bringen zu müssen. Doch der Wahrheit die Ehre!
Der Hunger, sowie die dürftige Bekleidung, trieben manchen Kameraden zum Diebstahl. Auch ich klaute für andere und für mich, wo sich nur Gelegenheit dazu bot, waren wir ja ungerecht eingesperrt, erlitten wir ja ohne Verschulden die entsetzlichste Not, ja, unser Leben stand auf dem Spiel. Recht treu beobachteten wir daher das elfte Gebot, uns nicht erwischen zu lassen. Wurde aber einer ertappt, so ließ ihn die SS früher auf einer Bahre im Lager herumtragen. Dabei hielt der Kamerad ein Schild in den Händen mit der Inschrift: ,, Ich habe gestohlen." Später stellte man jene, die erwischt wurden, in ihren Blockstraßen auf einen Schemel. Auf der am Leibe angehefteten Tafel war zu lesen: ,, Ich bin ein Dieb." Harte körperliche Strafen folgten immer, manchmal sogar das Aufknüpfen vor versammelter Mannschaft.
Wer nach miẞglücktem Fluchtversuch ins Lager zurückgebracht wurde, stand achtundvierzig Stunden lang am Eingangstor( Nr. 7 unseres Planes). Auf dem Brustschild las man: ,, Ich bin wieder da." Ein solcher Sträfling bekam meistens für die Dauer der Haft einen dicken roten Punkt unter die Häftlingsnummer und auf den Rücken.
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