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Über die Zahl der in Dachau verstorbenen Inhaftierten gehen die Ansichten weit auseinander. Offiziell wurden vom Lagerbüro folgende Zahlen angegeben: Im Jahre 1940 starben 1515, im Jahre 1941 2576, im Jahre 1942 2470, im Jahre 1943 1102, im Jahre 1944 4794, im Jahr 1945 1719. Im ganzen demnach 27 334. Nach Ansicht der Häftlinge, die in den Büros angestellt waren, müssen diese offiziellen Ziffern verdreifacht werden. Die meisten Kameraden starben nämlich nicht im Lager von Dachau selbst, sondern während der Transporte und in anderen K. Z., wohin sie verbracht worden waren.
Der Block zählte hundert Meter in der Länge. Durch zwei Türen, die mit einem Fenster verbunden waren, betrat man die vier Stuben. Jede Stube hatte einen Wohnraum und einen Schlafraum, aber beide Stuben zusammen nur einen Waschraum und eine Abortanlage. Im Waschraum standen an der Wand entlang sechs Behälter, in die sich das Wasser aus Röhren ergoß, nebenan mitten im Raum noch zwei größere Becken, in die sechzehn Wasserstrahlen von der Decke herabmündeten. An diesen sechs Behältern und an den zwei Becken wuschen sich die Häftlinge jeden Morgen mit entblößtem Oberkörper. Nebenan war die Abortanlage, acht Sitz- und sieben Stehplätze mit Spülanlagen, alles mustergültig, praktisch und peinlich sauber. Das Wohnzimmer, doppelt so groß wie Waschraum und Abort zusammen, faßte bequem sechzig bis siebzig Personen, die an Tischen auf Schemeln ohne Lehne saßen. Hier schlug man die freie Zeit mit Lesen, Schreiben, Flickarbeiten, Spielen, aber auch mit Läusefangen tot. Längs der Fenster waren Schuhregale, an den beiden Wänden ohne Fenster schmale Schränkchen, die Spinde, angebracht, mit Platz für das Eßgeschirr, Handtuch, Wischtuch usw. Im Schlafraum standen die Betten, Strohsäcke in Holzgestellen, je drei übereinander, in normaler Zeit sechzig bis siebzig an der Zahl. Der Boden beider Räume war säuberlich gewichst und durfte nur mit Sandalen betreten werden.
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