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Jedem das Seine : satirische Gedichte / Karl Schnog ; Zeichnungen von Herbert Sandberg ; Nachwort: Eugen Kogon
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AN DIE HITLER- JUGEND

Einem nur die Blicke zugewendet, Wandelst du, ergriffen und geblendet, Mitgerissen einem Traumbild zu. Aber einmal wird die Wolke reißen, Werden Götter stürzen, Berge kreißen, Und erfahren, sehen, wissen wirst auch du.

Mögen Spiel und Prunk dich jetzt betäuben, Jahrmarktzaub'rer bunte Wolken stäuben, Auch der holde Jugendwahn vergeht. Dann, in Schreck und Kampf zu Eins gerottet, Weißt du, daß um den, den du vergottet, Nacht, Verwesung und der Wahnwitz weht.

Tief in deines Irrtums Scham entbrennend, Wirst du kämpfend, wissend und erkennend, Nicht mehr dumpf vor einem Popanz knien. Sondern, endlich klar und reif geworden, Wirst du, statt ins letzte wilde Morden, Froh mit uns in neue Freiheit ziehn!

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