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Totentanz / Bernhard Kellermann
Entstehung
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vorwärts rollen. Zu Ende, zu Ende, die Hölle bricht los. Nein, Rumpf kommt nicht wieder!

Er schritt rascher aus, um noch einige Einkäufe für das Feld zu erledigen. Einzelne Schneeflocken fielen vom Himmel, wäh­rend die Sonne sich mit mattem Glanz hinter den Wolken ver­barg.

XI

Am Abend fuhr Fabian nach Jakosbühl, um sich von Wolf­gang zu verabschieden.

Auf den Feldern lag düsterer Schnee, die frische Luft aber war schon erfüllt von einer Ahnung des Frühlings.

Ein Auto wartete auf der Straße vor Wolfgangs Haus, viel­leicht hatte er Besuch? Hier draußen schien sich manches ver­ändert zu haben. Der alte Holzzaun war erneuert worden, an der Gartentüre befand sich eine elektrische Klingel, eine zweite, die besonders laut schrillte, hatte man an der Haustüre angebracht. Dazu war die Haustüre von einer hellen Lampe beleuchtet.

Aber die gleiche gekrümmte Retta mit dem Hexengesicht öffnete, und ihre Stimme klang laut und kreischend wie immer. ,, Ach, der Herr Frank, und dazu in Uniform!" schrie sie erfreut. ,, Sie waren schon lange nicht mehr bei uns." Sie wollte Fabian aus dem Mantel helfen, aber er lehnte ab.

,, Ich möchte mit meinem Bruder ein paar Worte sprechen", sagte er mit ernster Stimme. ,, Sagen Sie ihm bitte, Retta, daß ich ihn nur zwei Minuten stören werde."

Überrascht von dem fremden Ton seiner Stimme sah Retta auf und blickte in sein abgemagertes, graues Gesicht. Dann bat sie ihn, ins Atelier einzutreten.

Unter der Lampe , die aus der Mitte des Arbeitsraumes herab­hing, blieb Fabian nachdenklich stehen. Wie immer war die Werkstatt vom Geruch von Ton und abgestandenem Zigarren­rauch erfüllt, es war ein Geruch der Arbeit, den Fabian so gut kannte und der ihn heute, da er ihn zum letztenmal einatmete, tief berührte.

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