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Totentanz / Bernhard Kellermann
Entstehung
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Fabian unauf­vermochte er

ten Entschlos­

Stunde nach

en Mantel und bten Offiziers­Degleitet hatte.

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te Schlachten!

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zum Don, und rückzuziehen, aber stieß das , gegen den

und den Kom­

mandeur bitten, ihn mit seiner Batterie an die Stelle der Front zu schicken, wo die Hölle am höllischsten tobte. Der Fahneneid und seine Ehre als Offizier geboten ihm, bis zum letzten Bluts­tropfen zu kämpfen. Noch konnte er Hunderttausende von armen Teufeln vor der Schande erretten, in schmähliche Kriegs­gefangenschaft zu geraten.

Hauptmann Kiesewetter! Denke an Hauptmann Kiesewetter! rief er sich zu. Dieser Hauptmann Kiesewetter von der dritten Batterie ging ihm den ganzen Tag nicht aus dem Sinn. Haupt­mann Kiesewetter hatten sie seinerzeit in Frankreich drei Ge­schütze in Fetzen geschossen, und als die Franzosen die letzten Reste der Batterie stürmten, trat er ihnen mit dem Degen in der Hand entgegen. So fiel er! War das nicht ein Tod, um den man einen Mann beneiden mußte?

Am Abend trank er noch in bester Laune eine Flasche Wein im ,, Stern" und tröstete Roßmeier, der noch immer kein Geld von Rumpf bekommen hatte. ,, Sagen Sie dem Gauleiter, er soll mit mir nach Woronesch kommen, da gibt es Arbeit für ihn!"

Er war in froher, fast festlicher Stimmung, nun, da er sich zu einem Entschluß, der ihm männlich deuchte, durchgerungen hatte.

Am Morgen des nächsten Tages erschien er schon in Haupt­mannsuniform mit all seinen Orden an der Brust. Er ließ den Zweiten Bürgermeister, einen nüchternen, ehrlichen Mann, zu sich bitten und übergab ihm die Geschäfte der Stadt. Was Taubenhaus denken würde, das war ihm höchst gleichgültig, von jetzt an gehorchte er nur seiner inneren Stimme.

,, Um Gottes willen! Weshalb wollen Sie denn an die Front?" fragte aufs höchste erstaunt der Zweite Bürgermeister, ein älterer Mann. ,, Als Oberbürgermeister sind Sie doch ohne weiteres un­abkömmlich."

,, Unabkömmlich?" rief Fabian verächtlich lachend aus. ,, Wissen Sie, daß niemand unabkömmlich ist, wenn das Vaterland sich in Gefahr befindet? Die Front ruft mich! Verstehen Sie, mein Freund, was das heißt, die Front ruft mich!" fügte er in kriege­rischer Haltung hinzu.

Von diesem Augenblick an fühlte er sich als freier Mann. Seine

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