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Totentanz / Bernhard Kellermann
Entstehung
Seite
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die Armee von Stalingrad kapituliert habe, nach heldenmütiger Verteidigung natürlich, sie habe bis zur letzten Patrone ge­kämpft. Fabian spielte an diesem Abend sehr schlecht und ver­abschiedete sich zu früher Stunde.

,, Es ist Zeit! Es ist höchste Zeit!" sagte er laut vor sich hin, als er die ,, Burg " verließ.

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IX

Retta trat leise ins Atelier und überbrachte Wolfgang einen Brief, der etwas verknittert war und nicht ganz sauber aussah.

,, Ich mußte mein Wort geben, Ihnen den Brief nur persönlich zu übergeben, Herr Professor!" sagte sie und tat geheimnisvoll. Wolfgang war mitten in der Arbeit und hatte die Hände voller Ton. Er nickte ihr zu. ,, Legen Sie den Brief auf den Tisch, Retta. Wer hat ihn denn gebracht?" fragte er, argwöhnisch über ihr Benehmen.

Retta zögerte etwas mit der Antwort. ,, Es war ein alter, hagerer Mann mit grauen Haaren", erwiderte sie mit ihrer heiseren Stimme. ,, Er hatte zwei kleine gelbe Dackel mit sich." Und Retta ging hinaus.

Wolfgang kannte den alten, hageren Mann mit den Dackeln recht wohl. Eine Botschaft von Gleichen! schoß es ihm durch den Kopf, und sein Herz stockte vor Freude. Trotz seiner be­schmutzten Hände öffnete er den Brief ohne Zögern. Es war eigentlich nur ein Zettel ohne Unterschrift, der nur einige Zeilen enthielt.

,, Mein verehrter Freund!" lautete er. ,, Ein lächerlicher Zufall hat uns der Gestapo in die Hände geliefert. Wir waren unserer achtundvierzig, einer ist während der Folter gestorben, aber niemand hat ein Wort verraten. Morgen früh sollen wir alle ge­hängt werden."

,, Es ist nicht leicht in Deutschland zu leben, und es ist nicht leicht, darin zu sterben. Uns hält der Glaube aufrecht, daß wir unser Leben für die Freiheit und die Wiedergeburt Deutschlands hingeben. Leben Sie wohl, mein Freund!"

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