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Während Dutzende von großen Städten schon in Schutthaufen verwandelt wurden, war die Stadt bis heute bei den Luftangriffen glimpflich davongekommen. Eine Anzahl von Häusern wurde durch Volltreffer zerstört, einige öffentliche Gebäude, Krankenhäuser, Kirchen, Fabriken vernichtet, und wenige unbedeutende Straßenzüge und Gassen gingen in Flammen auf. Trotz aller Schäden aber blieb die Stadt in ihrem Wesenskern unberührt.
Oberst Thünen, der über jede Bombe genau Buch führte, nannte die Schäden unbedeutend. Er erschien eines Tages bei Fabian und wünschte klipp und klar zu wissen, welche Zeit nach Ansicht der Fachleute nötig sei, um die sämtlichen Schäden wieder auszubessern? Das war die Frage, die ihn am meisten interessierte.
Die Fachleute bildeten eine Kommission, die den ganzen Sommer hindurch in der Stadt herumlief, maß, rechnete, debattierte, um schließlich festzustellen, daß sich der gesamte Schaden der Stadt in zwei Jahren wieder beheben lasse. Bei den Kirchen würde es etwas länger dauern. Eine Gruppe von Baumeistern, die allerdings alle der Partei angehörten, wollte die Stadt in einem Jahr wiederherstellen, und zwar bis auf die letzte Dachrinne.
Oberst Thünen rauschte in seinem eleganten Auto zufrieden durch die Straßen und triumphierte, als habe er die Bomben mit der Hand aufgehalten.
,, In zwölf Monaten steht die Stadt wieder, als sei niemals Krieg gewesen", schrieb er in seinem Generalbericht, der nach Berlin ging.
Einige Wochen später wäre sein Bericht weniger günstig ausgefallen, aber das konnte er ja nicht wissen.
Während des Sommers war die Stadt wenig von Fliegern heimgesucht worden, aber im Herbst erhielt sie wieder häufig den Besuch von kleineren Geschwadern. Erst sagten die Leute, sie bevorzugen Mondlicht, damit sie besser sehen können, dann wieder, sie lieben finstere Nächte, um nicht gesehen zu werden, schließlich aber kamen sie darin überein, daß die Flieger kamen, wann sie wollten, ob bei Mondschein oder bei Dunkelheit.
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