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die ihren eigenen Wagen hatte, aber bald wieder wegblieb. Dann war die witzige Majorin Silberschmied einige Wochen lang Gast einer der kleinen Villen, die zur ,, Burg " gehörten. Es fanden viele Empfänge und Gelage in der ,, Burg " statt, wie immer, wenn der Gauleiter an Langeweile litt. Er spielte die halbe Nacht lang Billard mit Fabian und leerte dazu zwei bis drei Flaschen von seinem Rotwein.
Im Herbst wurde er besonders unruhig, er erzählte Rittmeister Möhn, daß er nun bald nach der Türkei übersiedeln werde, reiste aber bei Beginn des Winters plötzlich nach Kiew ab. Hier verbrachte er den ganzen Winter mit großen Treibjagden und endlosen Zechgelagen und kehrte erst im beginnenden Frühjahr zurück. Er sah wohlgenährt und gesund aus und trug eine so ausgeprägt triumphierende Miene zur Schau, daß Rittmeister Möhn bei der Begrüßung annahm, er bringe ausgezeichnete Nachrichten vom russischen Kriegsschauplatz mit. Man hatte in den letzten Monaten wenig Erfreuliches aus dem Osten gehört.
Aber Rittmeister Möhn täuschte sich. Nicht deshalb trug Rumpf eine triumphierende Miene zur Schau, weil die Lage der deutschen Truppen sich erheblich gebessert hatte, sondern nur weil er recht behalten hatte, als er den Krieg mit Rußland vom ersten Tag an verurteilte.
,, Ich hatte recht, Möhn", sagte er, kaum daß er das Auto verlassen hatte ,,, die Sache in Rußland sieht mulmig aus. Fragen Sie mich nicht, was uns Sebastopol und die Krim gekostet haben. Ich wage es nicht, Ihnen die Zahlen zu nennen! Jetzt stoßen unsere Heere erschöpft und lustlos erneut zum Don vor. Nun, ich habe ihn seit Jahren gewarnt, Sie wissen es, aber der Busenfreund der Vorsehung ließ sich ja nichts sagen, er wußte stets alles besser!"
Rittmeister Möhn verneigte sich zustimmend, aber sein Lächeln war nicht überzeugend. ,, Es ist wahr, Sie haben stets von dem russischen Feldzug abgeraten", sagte er.
Drei Tage lang fand Rumpf es in der Stadt erträglich. Er konnte von seinen Jagden erzählen, Bekannte begrüßen, offizielle Empfänge im ,, Stern" veranstalten, dann aber peinigte ihn schon wieder die alte Langeweile.
Da aber ereignete sich ein Wunder! Mitten in der Nacht wurde
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