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Totentanz / Bernhard Kellermann
Entstehung
Seite
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,, Professor!" schrie er. ,, Lieber will ich wie ein Tier in einer Höhle unter der Erde leben, als diese Verruchtheiten länger mit ansehen. Lieber sollen sie mich hängen, köpfen oder in Stücke reißen!"

Erschöpft schwieg Gleichen still.

,, Die Infamen!" stieß Wolfgang nach einer Weile hervor, dann schwiegen sie beide lange Zeit. Wieder saß Gleichen regungslos und starrte vor sich hin, das Auge angefüllt mit düsteren Visionen.

Endlich erhob sich Wolfgang, um sich eine neue Zigarre zu holen. ,, Und was wollen Sie jetzt anfangen, Gleichen?" fragte er. , Welche Pläne haben Sie?"

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,, Welche Pläne?" Gleichen richtete sich langsam auf. ,, In erster Linie will ich nach Amselwies gehen und meine Frau und meinen Jungen ans Herz drücken", antwortete er. ,, Dann will ich meine Gesinnungsgenossen in der Stadt besuchen und dann-" ,, Und dann?"

,, Dann?" begann Gleichen, der allmählich hellwach wurde. ,, Dann fahre ich nach Berlin , wo eine starke, entschlossene Kampfgruppe am Werke ist. Sie haben mir ins Feld Botschaft gesandt, daß sie mich brauchen. Neuerdings besitzen sie sogar einen Geheimsender. Der Krieg, lieber Freund", fuhr er in ruhigem Ton fort ,,, der Krieg wird nicht mehr ewig dauern. Die Russen haben ungeheure Heere in Marsch gegen unsere Front ge­setzt, unvergleichlich ausgerüstet, mit Geschwadern von vorzüg­lichen Tanks, gegen die nicht einmal die Hölle ankämpfen kann. Scharen von Partisanen kämpfen im Rücken der Front, ganze Armeen. Sie plündern die Eisenbahnzüge, zerstören die Loko­motiven und reißen kilometerlang die Schienen auf."

,, Sehen Sie sich den neuen, Unbekannten Soldaten an, Gleichen", unterbrach ihn Wolfgang. ,, Er hat viel von Ihnen ge­lernt!" Er zog ein Blatt aus einem Stapel von Papieren hervor und überreichte es Gleichen.

Gleichen ergriff es voller Begierde und Freude. ,, Morgen werde ich ihn ja sehen", rief er aus. Es ist der Alte mit den zwei Dackeln. Hoffentlich macht er seine Sache gut!"

,, Mene, mene, tekel, upharsin!" war der Propagandabrief über­

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