kalt. Der entsetzliche Winter wollte nicht weichen. Am nächsten Tag gab man ihnen einen Eimer dünne Brotsuppe mit einem einzigen Holzlöffel für sie alle, gegen Abend brachte man sie zum Bahnhof und stopfte sie in den Zug, der sie in der Nacht zu einer Station bei einer großen Stadt beförderte, die viele für Dresden hielten.
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Hier wurden sie in einen kleinen Wartesaal geführt, der überfüllt von Menschen war. Die Luft war dick von Qualm und üblen Gerüchen. Frauen und Kinder, alte und junge Männer kampierten zwischen Haufen von Koffern, Säcken, Schachteln und Gepäckstücken aller Art und vollführten einen ungeheuren Lärm. Wenn der Tumult zu stark wurde, befahl ein junger Soldat der schwarzen Parteitruppe mit lauter Stimme ,, Ruhe", und es blieb auf einige Minuten still. Der Soldat stand in Mantel und hohen Stiefeln in einer Ecke des überfüllten Raumes voll frierender Menschen, denen der Atem aus dem Munde dampfte. Es waren Juden aus Frankfurt und anderen Orten, die hier zu einem Sammeltransport vereinigt werden sollten.
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Marion, wie eine Dame mit einem Pelzmantel bekleidet, erregte Aufsehen durch ihre Jugend und südländische Schönheit, Bewunderung aber riefen die beiden bildhübschen Mädchen Meta und Rosa hervor, die jedermann liebkosen wollte.
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Hochschwangere Frauen, die Mäntel über den Leib geknöpft, befanden sich unter der Menge, andere gaben ihren Säuglingen die Brust, andere machten sich zurecht, kämmten, bürsteten, frisierten ihr Haar. Eine Anzahl der Männer lag schlafend auf Bänken und Stühlen, viele auf dem Fußboden.
Marion stockte der Atem.
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Eine korpulente Frau wälzte sich auf dem Boden hin und her und schlug mit Händen und Füßen wie besessen um sich, während sie gellend schrie:„ Ich will nicht mehr leben. Ist denn niemand da, der mich totschlägt? Ihr seid alle ein feiges, herzloses Gesindel!"
,, Ruhe!" rief der Soldat in der Ecke.
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,, Ihr Mann wurde gestern erschossen", raunte ein junger Mann Marion zu. Er sah aus wie ein Verkäufer aus einem Modesalon, hatte braune Locken, eine hellblaue Binde und wich nicht
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