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Totentanz / Bernhard Kellermann
Entstehung
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früher. Mehr und mehr erkannte Marion, daß nur eine gewisse Schicht des Volkes, und vor allem die verhetzte Jugend, einen heftigen Judenhaß zeigte, der ,, Pöbel und die auf den Mann dressierte Hitlerjugend", wie Gleichen sagte, und diese Erkennt­nis verlieh Marion wieder Mut und Hoffnung.

Zuweilen gab es sogar einige freudige Überraschungen. Ihr ein­stiger Verehrer, der junge Wolf von Thünen, der mit dem Ritter­kreuz, hatte sie auf der Wilhelmstraße vor allen Leuten aufs herzlichste begrüßt und durch die ganze Stadt begleitet. Natür­lich konnte ein Hauptmann mit dem Ritterkreuz schließlich tun was er wollte, aber es war immerhin etwas. An diesem Tage war Marion wahrhaftig glücklich.

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Die frohe Laune, die Marion in dieser Zeit zur Schau trug, hatte noch eine andere, tiefere Ursache, die niemand kannte. Eine schwere Last war von ihrem Herzen gefallen, der Gauleiter hatte sie vergessen! Er dachte augenscheinlich nicht mehr an sie, und Marion atmete befreit auf. Wie sie erfuhr, war er zuerst in Ruß­land, dann in politischer Mission in Bukarest und zuletzt viele Monate ununterbrochen in Rom . In der Stadt war er höchst selten und dann stets nur für einige Tage. Einmal ließ er ihr durch Rittmeister Möhn einen Gruß bestellen, einmal sandte er ihr sogar einen Strauß herrlicher roter Rosen, die Mamuschka augenblicklich auf den Müllhaufen warf, als seien sie vergiftet. Sonst aber hörte sie nichts von ihm und sie dankte dem Himmel.

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Kürzlich war eine Konferenz sämtlicher Gauleiter des Reiches in Salzburg, sogar der englische Sender wußte davon, wie Frau Gleichen erzählte. Seit dieser Zeit behauptete sich in der Stadt hartnäckig das Gerücht, Rumpf sei wieder einmal in Ungnade gefallen, und niemand freute sich mehr darüber als Marion, Man erzählte sogar, daß er nicht mehr in die Stadt zurückkehrte, und nannte den Gauleiter von Thüringen als seinen Nachfolger.

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Eines Tages aber, es war Ende des Winters, erfolgte plötzlich wieder ein Anruf in der Schule, Herr Rittmeister Möhn wolle den italienischen Unterricht wieder aufnehmen, bäte aber vorher um Marions Anruf. Marion blieb das Herz vor Schrecken stehen. Alle Gerüchte schienen also völlig aus der Luft gegriffen zu sein, und es bestand kein Zweifel, der Gauleiter war wieder in

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