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Totentanz / Bernhard Kellermann
Entstehung
Seite
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knapp achtzehn Jahre alt, und Clotilde liebte es, sich mit ihm in den Geschäften der Wilhelmstraße zu zeigen.

Fabian mußte ihr die Gefälligkeit erweisen, seine Hauptmanns­uniform anzuziehen, denn sie wollte Vater und Sohn in Uniform photographieren. Die Aufnahme gelang glänzend, und Clotilde war sehr stolz darauf. Das Bild erschien sogar in der Sonntags­beilage des ,, Beobachters": ,, Garanten des Sieges!" lautete die Unterschrift.

An einem windigen Abend brachte Fabian Harry zum Bahn­hof. Der Zug war überfüllt mit Offizieren und Mannschaften. ,, Lebe wohl, Papa!" rief Harry aus dem Fenster, als der Zug sich in Bewegung setzte. ,, Jetzt bin ich endlich vollkommen glück­lich!"

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Marion hatte ihr altes Lachen und ihre alte Fröhlichkeit wieder­gefunden. Unbekümmert und frohen Gemüts ging sie durch die Straßen. Sie wußte, daß man häufig Juden verhaftete und ab­transportierte, aber eines Tages mußte auch dieser fürchterliche Krieg ein Ende haben und alles würde wieder ins Gleichgewicht kommen. Sie arbeitete täglich einige Stunden in ihrer Schule, gab am Nachmittag jüdischen Kindern Sprachunterricht und las un­endlich viel. Bei Gott, was hat Marion in dieser Zeit alles ge­lesen! So verging die Zeit und man verzweifelte nicht. Alimäh­lich hatte sie ihren Gleichmut wiedergefunden und ihre feind­selige Verachtung in vielen Dingen war durch Einsicht und Nach­sicht gemildert worden.

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Vor Jahren hatte sie getobt und Tränen vergossen, als sie er­leben mußte, daß ihre Bekannten und Freunde sich von heute auf morgen von ihr zurückzogen, daß ihre Verehrer, wohl­erzogene, gebildete, junge Leute, die sonst keine Mühe scheuten, um einen Blick von ihr zu erhaschen, ihr plötzlich auf der Straße auswichen. In Wahrheit, die Schamröte war ihr ins Gesicht ge­stiegen, was für charakterlose, erbärmliche Burschen waren diese jungen Menschen doch! Damals durchlebte sie Wochen, da sie

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