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Totentanz / Bernhard Kellermann
Entstehung
Seite
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zu kommen schien. Es war Frau Rüdiger, die mutlose Witwe, die vor sich hin in die Dunkelheit hineinsprach. Sie sagte leise und flehend: ,, Karl, Karl, der einzige, der mir geblieben ist, ich werde dich nicht mehr wiedersehen, Karl!" Offenbar hatte die Witwe sich im Bett aufgesetzt, denn die Stimme schien von der Decke zu kommen.

Sofort aber knarrte das Bett. Frau Rüdiger hatte leise und schüchtern gesprochen, nun aber antwortete ihr eine laute und grobe Stimme, die Stimme der Frau Lukasch, so derb und zu­rechtweisend, daß die schüchterne Stimme augenblicklich ver­stummte und die ganze Nacht nicht mehr zu hören war.

genannt hatte. S sobald sie seinen

sie glaubte ihner genannt hatte, s Der Herr, v

,, Lassen Sie uns doch endlich mit Ihrem Karl in Ruhe!" rief Frau Lukasch rücksichtslos. ,, Die Franzosen haben ihn gefangen­genommen, und er ist in Afrika , wo die Mädchen schwarz sind. Sie werden ihn ja auch wiedersehen. Jetzt aber sollen Sie mit Ihrem Gejammer aufhören. Ich habe morgen um neun Uhr Termin, und da muß ich ausgeschlafen haben!"

sie etwas näher tigen Uniform schaft weg und Gefängnis. Er ha liebt, müssen Si solch herrliche

Nun war es wieder ganz stille, und man hörte nur noch die Atemzüge einer Schlafenden, die zuweilen einzelne unverständ­liche Worte rief. Frau Lukasch begann zu schnarchen.

in der Welt he

eine Hexe mit mit langen Hau kicherte lange war ein grasgri

hatte einen lan

krummen Säbe zwei Elefanten daß man die Ki

Frau Beate lag regungslos mit geöffneten Augen. Sie war tod­müde, aber sie konnte kein Auge schließen. Christa wird jetzt ebensowenig wie ich Schlaf finden, dachte sie. Morgen wird sie den ganzen Tag mit ihren Wagen unterwegs sein, und morgen nachmittag wird ein Anwalt kommen, den sie für mich an­genommen hat. Vielleicht bringt er auch einen kurzen Brief mit, einen Zettel mit wenigen kleinen Worten. Mehr konnte Frau Beate die ganze Nacht nicht denken. Sie wälzte sich hin und her auf dem harten Bretterboden, bis der graue Schimmer des ver­gitterten Fensters lichter wurde.

Da vernahm sie ein leises Kichern an ihrer Seite.

in die Wirtsch

standen drei zo

Schweif wie ein

Alix zischelte u

Frau Beate h eiskalt. War sie hier von

,, Sie können auch nicht mehr schlafen?" flüsterte die mädchen­hafte Frau Alix mit den pfiffigen Augen. ,, Ich wache auf, sobald nur der Tag graut. In Weresdingen mußte ich schon um fünf Uhr in der Küche sein." Dann wisperte und flüsterte sie fast un­verständlich von allen möglichen Dingen wirr durcheinander, und auch von einem Herrn flüsterte sie, den sie einen Mörder

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all ihr

Sie schauerte

über ihre brei mutige Frau

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