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Totentanz / Bernhard Kellermann
Entstehung
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von dem Wunsch erfüllt, Gutes zu tun, sein Geist war lebendig und schöpferisch. Er würde Christa nie vergessen.

Dann hatte er die Küsse der schönen Charlotte genossen, ohne dabei glücklich zu sein, und nun lebte er wieder bei Clotilde, die er einst in Haß verließ.

Sie besaß nicht mehr den Ehrgeiz, ihn nach ihren Wünschen zu erziehen, wenn er sie auch gleich selbstsüchtig, eigensinnig und rechthaberisch wiederfand. Er mußte indessen zugeben, daß sie in manchen Dingen viel verständiger geworden war. Der Klü­gere gibt nach, pflegte sie nunmehr stets zu sagen, wenn sie ver­schiedener Meinung waren, und wich jedem Streit aus. Übrigens waren sie sich auch geistig nähergekommen, da sie beide ein größeres Deutschland " erstrebten, für das Clotilde, wie sie sagte, bis zu ihrem letzten Blutstropfen kämpfen wollte.

Dazu hatte er seine zwei Söhne, denen er in tiefer Liebe zu­getan war. Sie gediehen prächtig und waren gesund. Was wollte ein Mann mehr?

XIV

In den letzten Wochen mehrten sich die Angriffe der eng­lischen Fluggeschwader auf die Stadt. Sie wurden hartnäckiger und gefährlicher. Eine Anzahl von Häusern wurde zerstört, ein ganzer Häuserblock bei der Bischofsbrücke ging in Flammen auf. Sie warfen jetzt Benzinkanister und Phosphorbomben auf die Stadt.

Die Zeiten waren längst vorbei, da sie einen Pferdestall ver­nichteten und die Leute lachten. Sobald die Sirenen heulten, stürzte alles in höchster Eile in die Luftschutzkeller, die nun schon empfindlich kalt waren. Mit Kind und Kegel, mit Babys und Neugeborenen, Kinderwagen, Betten und kleinen Koffern, die das Notwendigste enthielten, hasteten die Familien in pani­schem Schrecken durch die finsteren Straßen und verschwanden in irgendeinem unscheinbaren Loch, das nur ein Kundiger fand. Nein, es war nicht mehr zu spaßen mit den Engländern, man dachte an Köln , Düsseldorf , Bremen und andere Städte. Seit der

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